Friedrich Wilhelm, der große Kurfürst – Kurze Biografie

Friedrich Wilhelm - KurfürstFriedrich Wilhelm, den schon die Zeitgenossen den »Großen Kurfürsten« nannten, wurde am 16. Februar 1620 als Sohn des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg und der Elisabeth Charlotte von der Pfalz geboren. Die Eltern ließen ihn, um ihm die Wirren des Dreißigjährigen Krieges zu ersparen, auf der Festung Küstrin großziehen. Verehrtes Vorbild seiner Knabenjahre war der Schwedenkönig Gustav II. Adolf, der mit einer Tante des Prinzen verheiratet war. Mit 14 Jahren ging er für vier Jahre zum Studium nach Leyden in die Niederlande. Er befasste sich mit Kriegskunst und lernte drei moderne Fremdsprachen, die er später geläufig beherrschte. Im Gefolge seines künftigen Schwiegervaters, des Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien, gewann er dann auch praktisch Einblick in die Kriegskunst. Schon früh hatte er strenge Maßstäbe der Pflichterfüllung, abgeleitet aus starker calvinistischer Frömmigkeit. Sie leiteten auch später sein politisches Tun. Im Jahre 1646 heiratete er Luise Heinriette von Oranien, die ihm, obwohl sie dieser Verbindung zunächst ablehnend gegenüberstand, eine vortreffliche Gattin wurde. Es wird berichtet, dass Friedrich Wilhelm es mit der ehelichen Treue sehr genau nahm. Drei Kinder hatte das Paar, darunter den 1667 geborenen Thronfolger Friedrich. Nach seinem Regierungsantritt wandte sich Friedrich Wilhelm tatkräftig den Aufgaben zu, die die geografische Lage seiner Länder erzwangen. Ausgedehnte Reisen waren nötig und strenge Sparsamkeit, die auch seinen persönlichen Lebensstil prägte. Trotzdem hatte er eine große Leidenschaft: die Jagd. In den späteren Jahren seiner Regierungszeit kam es zu erheblichen familiären Schwierigkeiten, als er die Söhne seiner zweiten Frau Dorothea von Holstein auf deren Drängen testamentarisch reich bedachte und damit seinen ältesten Sohn Friedrich benachteiligte. Es kam zu heftigen Auftritten und unschönen Intrigen. Aber schließlich versöhnte man sich. Der Große Kurfürst starb nach schweren Leiden am 9. Mai 1688. Andreas Schlüter schuf später ein Reiterdenkmal.