Salomonisch (Philippos) – Anekdote

Philippos von Makedonien saß einst halb betrunken zu Gericht und verurteilte in diesem Zustand einen Makedonen zu einer empfindlichen Geldstrafe, obwohl sich dieser tatsächlich nichts hatte zuschulden kommen lassen.
Der Makedone erklärte daraufhin in ruhigem Ton, dass er gegen dieses Urteil Beschwerde einlegen werde.
»Beschwerde einlegen?« schrie ihn Philippos zornig an.
»Beschwerde einlegen? Bei wem willst du Narr dich denn beschweren, wenn dein König Recht gesprochen hat?«
»Bei deiner Nüchternheit!« gab ihm der Makedone unerschrocken zur Antwort.
Dieses Wort traf. Denn im Nu war des Königs Rausch wie verflogen, und Philippos befahl, ihm den Fall noch einmal vorzutragen. Es ergab sich dann einwandfrei die Unschuld des Verurteilten. Sein erstes Urteil hob Philippos allerdings nicht mehr auf, da das Wort eines Königs unantastbar sei. Dafür aber bezahlte er dem Makedonen die Geldstrafe aus seiner eigenen Tasche.

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Info 22.11.2017 17:37
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