Gut und Teuer (Chlodwig) – Anekdote

Nach dem Sieg über die Westgoten ging Chlodwig zu dem Grab des heiligen Martin, um Gott für seinen Triumph zu danken.
Und er brachte das Pferd, das er am Tag der Schlacht geritten hatte, als Geschenk dar. Dann aber tat ihm das leid, und er wollte das Pferd zurückkaufen. Er bot den Mönchen fünfzig Mark in Silber dafür, doch die Mönche erklärten, der Heilige erlaube nicht, dass das Pferd den Stall wieder verlasse. Da erhöhte der König den Kaufpreis auf fünfundsiebzig Mark, und das Pferd wurde ihm zugeführt. Chlodwig, noch neu im Christentum, konnte sich nicht enthalten zu sagen:
»Der heilige Martin dient seinen Freunden gut; aber er lässt sich seine Dienste ein wenig zu teuer bezahlen!«