Narrenweisheit (Alfons von Aragonien) – Anekdote

Zur Zeit des König Alfons von Aragonien lebte dort ein Witzbold mit Namen Arletto Mainardo. Dieser vermerkte alle ihm bekannt gewordenen Narrenstreiche getreulich in einem Buch. Das hörte der König. Er ließ Mainardo zu sich kommen und bat ihn, das Narrenbuch einmal durchlesen zu dürfen. Mainardo gewährte. Aufmerksam las der König die einzelnen Eintragungen. Da entdeckte er in der letzten seinen eigenen Namen. Befragt, was das bedeuten solle, erwiderte der Schalk:
»Haben Eure Majestät nicht einem fremden Rosskamm fünftausend Dukaten gegeben, damit er in Ungarn Pferde einkaufe?«
»Allerdings«, entgegnete der König. »Aber was hat das mit der Eintragung meines Namens in dein Narrenbuch zu tun?« »Euer Majestät werden gnädigst zugeben, dass es eine Narrheit war, einem Fremden so viel Geld anzuvertrauen.«
»Wer sagt«, versetzte der König, »dass dieser Fremde nicht wiederkommt?«
»Wenn er wiederkommt«, antwortete Mainardo, »setze ich seinen Namen ins Buch und streiche den Namen Eurer Majestät …«

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Info 19.10.2017 - 15:00
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