Die Handschrift (Frans Hals) – Anekdote

Ein Zeitgenosse des großen van Dyck war der damals kaum weniger berühmte holländische Maler Frans Hals. Beide Künstler hatten schon viel voneinander gehört, waren sich aber noch nie persönlich begegnet. Als van Dyck dem Ruf Karls I. von England Folge leistete, bot sich ihm endlich die Gelegenheit, Frans Hals in Haarlem aufzusuchen. Van Dyck stellte sich als Verehrer des Meisters vor, ohne seinen Namen zu nennen, und bat um ein Porträt. Hals malte in der ihm eigenen Manier das Bildnis seines Besuchers. Van Dyck war von dem Bild so entzückt, dass er bat, seinerseits einen Versuch machen und Hals porträtieren zu dürfen. Hals war einverstanden. Während van Dyck malte, vermied er mit viel Geschick, auf die Fragen von Hals nach dem Woher und Wohin seines Besuchers einzugehen, um sich nicht zu verraten.
Als das Bild fertig war, betrachtete Hals das Porträt nur flüchtig, wandte sich dann lachend um, streckte seinem Besucher die Hand entgegen und sagte: »Ich freue mich, Sie endlich kennenzulernen, van Dyck!«

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Info 19.10.2017 - 14:59
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