Der Mönch (Friedrich der Große) – Anekdote

Der Abt des Klosters Kamenz lud Friedrich ein und bewirtete und unterhielt ihn so trefflich, dass der König einen zweiten Besuch ankündigte, schon für die nächste Woche. Davon bekamen die Österreicher Wind und geboten dem Abt, den Preußenkönig bis zu ihrem Eintreffen festzuhalten. Der Abt, von Friedrich bezaubert, setzte ihn sogleich bei seiner Ankunft ins Bild, dass Panduren nahten und das Kloster schon umzingelten. Nichts, so schien es, konnte den König vor Gefangennahme retten. Da geschah etwas, was nicht nur die Österreicher für unmöglich hielten: der katholische Abt steckte den protestantischen König in eine Mönchskutte und ließ ihn flugs eine Messe lesen. Als die Panduren im Kloster erschienen, bekamen sie zu hören, der verdammte Ketzer wäre nach flüchtigem Aufenthalt davongeritten, die Mönche, wie sie sähen, wären gerade dabei, die durch ihn entweihte Stätte wieder zu weihen. Das leuchtete den Panduren ein, sie zogen ab.
Zu Neujahr 1746 erhielt der Abt vom König folgende Botschaft: »Ich halte mein Gelübte und Schicke Ihm portzelen, Champagner, Wein und Stoffe zum pontificiren.«

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Info 14.12.2017 16:07
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