Rasch ändern sich die Zeiten (Napoleon I.) – Anekdote

Im Archiv des Pariser Kassationshofes werden neben andern interessanten Dokumenten auch drei Ergebenheitsadressen dieser Behörde aus den Jahren 1814 und 1815 aufbewahrt.
Die erste Adresse, gerichtet am 18. April 1814 an Ludwig XVIII., lautet: »Sire, nach einem langen und stürmischen Gewitter ist das Staatsschiff wiederum im geborgenen Hafen.
Frankreich hat seinen wahren König wiedergefunden und die Franzosen einen Vater, in dessen Schoß sie ihr Unglück vergessen können.«
Am 25. März 1815 wirft sich der Kassationshof Napoleon zu Füßen: »Mögen sie für immer vergessen sein, diese Tage eines durch Verrat erschlichenen Interregnums, aufgerichtet durch fremde Gewalt, das die Nation einfach wieder abstreifen musste.«
Am 12. Juli 1815 wünscht der Kassationshof wiederum zu vergessen: »Mögen sie für ewig vergessen sein, diese entsetzlichen Ereignisse, welche, Eure Majestät den Armen Ihrer verzweifelten Untertanen entreißend, den frechsten Despotismus aufrichteten.«