Tränen (Bismarck) – Anekdote

Bei Tisch in Friedrichsruh meinte ein Gast, dass Lenbach es meisterlich verstanden habe, den charakteristischen Glanz in den Augen des Fürsten wiederzugeben.
»Ja«, sagte Bismarck, »mit dem Glanz hat es seine eigene Bewandtnis. Bei Kälte und anderen Gelegenheiten kommt der Glanz ins Rinnen, und es fließt mir nur allzu leicht das Wasser aus den Augen. Es ist ein Erbe meiner Vorfahren, die zu tief in den Becher geblickt haben, – nun muss ich den Trunk der Ahnen aus den Augen wiedergeben.«
Jemand bemerkte, dass sich bei Graf Herbert, dem Sohn des Kanzlers, die gleiche Erscheinung zeige.
»Gewiss«, meinte der Alte lächelnd, »ihm ist bestimmt, über die Sünden seines Vaters zu weinen …«