Trockene Telegramme (Prinzessin Karl) – Anekdote

Die verwitwete Prinzess Karl in Berlin, die am Wilhelmsplatz wohnte, pflegte gelegentlich für sich und eine kleine geladene Gesellschaft Vorträge über die verschiedensten Stoffgebiete halten zu lassen. So hatte einmal ein Professor der Technischen Hochschule in Charlottenburg in ihrem Palais über das transozeanische Kabel gesprochen.
Als er geendet hatte, trat die Prinzessin auf ihn zu, drückte ihm die Hand und sagte:
»Nehmen Sie meinen Dank, bester Herr Professor, für Ihren so außerordentlich lichtvollen Vortrag! Ich habe ja öfters die Freude, dass Herren der Wissenschaft hier meinen Gästen und mir von den Ergebnissen ihrer Arbeit und ihrer Forschungen sprechen. Wir sind alle stets außerordentlich dankbar dafür und haben schon viel Interessantes und Belehrendes zu hören bekommen. Was ich aber an Ihrem Vortrag, Herr Professor, ganz besonders rühmen muss, ist die große Klarheit und absolute Verständlichkeit, mit der Sie über eine so schwierige Materie zu uns gesprochen haben. Ich habe Sie vorzüglich verstanden. Nur ein einzelner kleiner Punkt ist mir trotzdem zweifelhaft geblieben, über den ich Sie jetzt noch um eine Erklärung bitten möchte: Wie kommt es, Herr Professor, dass die Telegramme nicht nass werden?«

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Info 22.09.2017 - 08:08
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