Der Apfeldieb (Maximilian) – Anekdote

Als Max Joseph wieder einmal von seinem geliebten Schloss Tegernsee aus einen Spaziergang machte, kam er durch Fischbachau. Da standen vor einem großen Apfelbaum ein paar Buben und mühten sich vergeblich, Äpfel herunterzuholen.
Max Joseph blieb stehen und schaute belustigt zu. Da machte ihm einer der Buben den Vorschlag: »Du host do so an schöna Hacklstecka, mit dem wannst an Baam a bißl beidln taatst, dann tatn scho oa runterfalln.«
Der König tat den Buben den Gefallen, als auch schon die Bäuerin auftauchte und zu schimpfen begann: »Ja, wenn dö altn Lackln no so damisch san, wia solln die Junga dann wos Gescheits lerna!«
Während dieser Standpredigt hatten die Buben natürlich das Weite gesucht, sodass der König allein vor der wütenden Bäuerin stand. Er entfernte sich schließlich ohne ein Wort der Erwiderung. Am nächsten Tag erlebte die Bäuerin eine Überraschung. Ein königlicher Lakai überreichte ihr fünfzig Gulden und ein Schreiben mit folgendem Inhalt: »Anbei eine kleine Entschädigung für den gehabten Schaden und eine Belohnung für die Belehrung. Der gebesserte Apfeldieb Max I., König von Bayern.«