Veilchensträuße (Wrangel) – Anekdote

Wrangel verließ eines Tages sein Haus in Berlin, um zu Pferd zu steigen, und fand sich, auf der Freitreppe stehend, durch eine bedrohliche Menge von seinem Pferd getrennt. Die an sich biederen Leute hatten Steine in der Hand, schrien und johlten. Da entdeckte der General dicht neben den Treppenstufen ein verschüchtertes kleines Mädchen mit einem Korb voll Veilchensträußchen. Sofort nimmt er ihr den Korb ab und geht von einem der biederen Aufgeregten zum anderen, jedem mit einer sporenklingenden Verbeugung ein Veilchensträußchen überreichend:
»Für die werte Frau Jemahlin.«
Die verblüfften Leute gaben den Weg zu seinem Pferd frei.