Die Aufgeblähten (Keller) – Anekdote

Als Gottfried Keller in Berlin lebte, wurde er eines Tages zu einer der literarischen Gesellschaften eingeladen, die damals im Dunckerschen Haus die Einrichtung der klassischen Salons neu zu beleben versuchten. Friedrich Spielhagen, Paul Heyse, Paul Lindau und die ganze kritzelnde Dichterjugend waren erschienen.
»Was halten Sie von der jungen Berliner Literatur?« fragte der Hausherr den Schweizer, der in seinem unmodernen braunen Rock still unter all den Rittern vom Geist in Frack und schwarzem Anzug saß.
»Waisch, was iich gemacht han?« so hat Keller später berichtet, als er in Zürich der Kneipphilister des jungen Carl Ludwig Schleich geworden war. »lich bin use gange und han im Gang usse ali die feine Zylinderhüet von dene Poete iitribe wie hohli Chöpf. Denn bin iich furt auf Nümme-Wiederluege, und iich ha denkt, dass mer miine Antwort au verstande hat!«