Der Stil des Verlegers (Hauff) – Anekdote

»Mein Roman heißt Lichtenstein«, schrieb Wilhelm Hauff an den Verlagsbuchhändler Franckh in Stuttgart. »Wenn er Ihnen konveniert – hier ist er!«
Franckh las das Manuskript und erkannte sofort das Genie in dem jungen Dichter, das dann nur nicht aufgeblüht ist, weil er so jung sterben musste. So entschloss sich der Verleger ohne Zaudern zur Veröffentlichung des Werkes.
»Ich lasse Ihnen zunächst eine Abschlagszahlung von 1000 Gulden zugehen«, teilte er Hauff mit. »Leider kann ich mein Urteil über Ihren Roman nicht in den Stil kleiden, der ihm zukommen würde. Er ist vortrefflich.«
»Grämen Sie sich nicht, verehrter Herr Franckh«, antwortete der Dichter. »Ein Verlegerbrief, der die Überweisung von 1000 Gulden ankündigt, ist in dem schönsten Stil geschrieben, den ein Autor sich nur wünschen kann …«