Rabatt (Mark Twain) – Anekdote

Eines schönen Tages ging Mark Twain in die größte Buchhandlung der Stadt Washington. Er fragte nach dem Preis eines Buches, das dort auf dem Tisch lag, und erfuhr, dass es vier Dollar kosten solle. »Ja«, meinte Twain, »ich bin aber Journalist. Bekomme ich als solcher keinen Rabatt bei Ihnen?«
»Natürlich«, stimmte der Buchhändler zu.
»Außerdem schreibe ich auch Revuen und Theaterstücke, und ich vermute, dass Sie mir deshalb ebenfalls einen Preisnachlass gewähren?«
»Das ist selbstverständlich.«
»Dann arbeite ich noch an vielen angesehenen Magazinen mit. Vielleicht kann ich dafür den Preis des Buches ebenfalls ein wenig herabgesetzt bekommen?«
»Gerne.«
»Auch einige Bücher habe ich geschrieben und bin Mitglied des Schriftstellerverbandes. Das gibt mir doch wohl das Recht, das Buch etwas billiger zu erwerben?«
»Aber gewiss doch.«
»Ich besitze auch einige Aktien dieser Firma hier. Dadurch wird das Buch doch auch noch etwas niedriger im Preis, nicht wahr?«
»Zweifellos«, meinte der Buchhändler bereitwillig und verbeugte sich tief.
»Sagen Sie, mein lieber Herr, haben Sie schon von Mark Twain gehört? Unter diesem Namen bin ich bekannt.«
»Natürlich, natürlich!«
»Und könnte mein Name vielleicht Anlass für Sie sein, das Buch noch ein wenig im Preis herabzusetzen?«
»Ja, ja, gewiss, selbstverständlich, Herr Twain.«
»Nun, das freut mich! Wieviel muss ich dann jetzt also dafür bezahlen?«
»Aber ich bitte Sie, Herr Twain – das Buch kostet für Sie selbstverständlich gar nichts. Nein, wenn Sie es nehmen, ist die Firma Ihnen noch 75 Cents schuldig.«