Selbstbewusstsein (Beethoven) – Anekdote

König Jérôme von Westfalen hatte Beethoven den Antrag gemacht, als Kapellmeister an seinen Hof zu kommen. Da taten sich Erzherzog Rudolf, Fürst Ferdinand Kinsky und Prinz Joseph Lobkowitz zusammen und trugen Beethoven, unter der Bedingung, in Wien zu bleiben, zu ihrer ewigwährenden Ehre eine lebenslängliche Rente an, »weil ein nur so viel wie möglich sorgenfreier Mensch sich einem Fach allein widmen könne«.
So wurde bald offenbar, dass der Meister die Stelle in Kassel nicht annehmen würde, und jemand fragte da Ferdinand Ries, den Beethoven befreundeten Klavierspieler und Kompositeur, ob nicht er als dessen Schüler dorthin gehen wolle. Ries meinte Beethoven fragen zu müssen, schrieb ihm, erhielt aber keine Antwort. Endlich traf er ihn zufällig auf einer Redoute; sofort ging Ries auf den Meister zu und trug ihm den Inhalt seines Briefes nochmals vor.
»Wie?« antwortete darauf Beethoven in schneidendem Tone, »so glauben Sie, dass Sie eine Stelle besetzen können, die man mir angeboten hat?«