Zitat aus Götz (Schopenhauer) – Anekdote

Der Philosoph Schopenhauer war ein Verehrer Goethes und brachte bei passender Gelegenheit gern ein Zitat von ihm an.
Einmal saß er in erlesener Gesellschaft an der Abendtafel eines reichen Kaufmannes. Man aß und trank die köstlichsten Sachen, was so ganz nach dem Herzen des »daseinsverachtenden« Philosophen war. Endlich war auch der Nachtisch verzehrt.
Da wischte sich Schopenhauer den Mund, hob sein Glas zum Hausherrn und sprach: »Wahrhaftig, mein Lieber, Ihre Frau Gemahlin hat uns heute wieder einmal so betreut, dass ich mich lebhaft an das bekannte Wort aus dem Götz erinnert fühle …«
Die Gesellschaft erstarrte in Schrecken, aber Schopenhauer fuhr lächelnd fort: »Ich denke an die Stelle, wo der Bruder Martin so schön sagt: Wohl dem, dem Gott ein solches Weib gegeben!«

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Info 22.09.2017 - 08:08
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