Folgen – Anekdote

Im Jahre 1870 saß ein Mann auf dem Hafenpier in Sydney und angelte Haifische. Nun musste der Angler in die Stadt und forderte einen Hafenvagabunden auf, derweil auf die Haifischangel Obacht zu geben. Bisse einer an, so sollte der Vagabund alles bekommen, was sich etwa im Haifischmagen vorfände (denn da findet man zuweilen kuriose Sachen).
Einer biss an. Nach langem Kampf wurde er an den Strand gezogen. Im Magen befand sich eine Sardinenbüchse und ein alter Uniformrock. Damit zog der Vagabund ab.
Am nächsten Tag ließ er sich beim reichsten Wollmakler von Sydney melden. »Ich habe Ihnen ein Geschäft vorzuschlagen. Bedingung: Der Gewinn geht halbpart.« Der Makler nickte. – »Ich habe zuverlässige Nachricht, dass die Wollpreise nach einer Woche um 80 Prozent in die Höhe gehen werden.«
»Woher wissen Sie das?«
Hier zog der Vagabund eine Zeitung heraus, die um eine Woche neuer war als die letzte in Sydney eingetroffene.
»In dieser Zeitung hier«, sagte er, »ist eine Nachricht enthalten, von der kein Mensch in Australien weiß – nämlich, dass Frankreich Preußen den Krieg erklärt hat. Wegen der Uniformlieferungen ist eine Wollhausse eingetreten.«
»Mann, woher haben Sie die Zeitung?«
»Aus einem Haifischmagen, d. h. aus einem Uniformrock, den ich in ihm vorfand. Haifische schwimmen immer noch schneller als Dampfer.«
So wurde der Hafenbummler ein reicher Mann.
Die Australier aber legten im nächsten Jahr ihr erstes Telegrafenkabel.

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Info 19.11.2017 11:31
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