Reichlicher Biergenuss (Franz Ferdinand) – Anekdote

Franz Ferdinand konnte es nicht erwarten, Kaiser zu werden: der Aufruf »An meine Völker!« lag druckfertig in seinem Schreibtisch, die Liste seines ersten Ministeriums war seit Jahren aufgestellt. Ums Größte kümmerte er sich wie ums Kleinste, denn alles sollte anders werden.
Auch bei Hofe. Höchstpersönlich prüfte er, einen blutschwitzenden Hofwirtschaftsbeamten neben sich, die Ausgabenseite des kaiserlichen Etats, veränderte, verbesserte, strich – strich.
»Da steht Tag für Tag: Ein Fass Pilsner für die Hoftafel. Für wen gehört das?«
»Für Seine Majestät«, jappte der Beamte.
Zwei schwere Wetterwolken, zogen die erzherzoglichen Brauen sich unheilvoll zusammen.
»Sie werden mir doch nicht einreden wollen, dass Seine Majestät täglich ein Fassl Pilsner trinkt!«
»Nein – nur ein Glas.«
»Na also?!!«
»Jaa, aber« – die gehöhlte Hand des Beamten drehte sich in rundender Bewegung -, »aber mitten heraus!«