Tragisches Dasein – Anekdote

Viele stammesbewusste Sachsen, stolz auf ihren Dialekt, können es nicht verwinden, dass der erste Mann des Zonenregimes, sächselnd wie sie, heute das Bild zu bestimmen scheint, in dem man in der Bundesrepublik den Sachsen schlechthin sieht.
Nur so ist die Geschichte von dem Republikflüchtigen zu verstehen, der mit tollkühnem Wagemut die Grenzsperren hinter sich gebracht hat; im Aufnahmelager hinter der Grenze bittet er um Asyl. Natürlich steht am Anfang der Aufnahme das Formular. Also: Grund der Flucht. Der Mann blickt etwas unsicher.
»Nu, die allgemeine Laache …«
»Wieso? Waren Sie mit Ihrem Einkommen nicht zufrieden?«
»Es hat gereicht.«
»Sind Sie politisch verfolgt worden?«
»Das gann ich nich behaubden.«
»Bestand für Sie eine unmittelbare Gefahr für Sicherheit oder Leben
»Schwär zu saachen.«
»Ja, warum haben Sie denn diese verwegene Flucht durch die Sperren gewagt?«
»Um’s ährlich zu saachen: Also … ich gonnde diesn Dialeggd nich mähr mit anheern …«

Forum (Kommentare)

Info 24.11.2017 14:14
Noch keine Kommentare zu diesem Artikel vorhanden.