Österreich unter Maria Theresia und Joseph II.

Das halbe Jahrhundert österreichischer Geschichte, das durch die Daten der Regierungen Maria Theresias und ihres Sohnes Josephs II. markiert wird, ist für Österreich besonders entscheidend. Wirtschaftliche Veränderungen großer Art und geistige Umwälzungen im Sinne der Aufklärung bestimmten das Gesicht dieser Epoche. Bei aller Zurückhaltung der heutigen Wissenschaft vor Epochenbenennungen nach Herrschern ist die Bezeichnung »Zeitalter Maria Theresias und Josephs II.« für das 18. Jahrhundert in Österreich nicht unberechtigt. Maria Theresia und ihr Sohn, zwei starke Herrscherpersönlichkeiten, prägten durch ihre Reformen wesentlich das Geschehen ihrer Zeit. Die von ihnen hervorgerufenen Veränderungen traten zu jenen, die von Einzelpersönlichkeiten nicht beeinflussbar sind, nämlich den Wandlungen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lage der Bevölkerung, hinzu und hatten gemeinsam eine Langzeitwirkung, die eine Modernisierung Österreichs bewirkten. Maria Theresia, Tochter Kaiser Karls VI., des letzten männlichen Habsburgers, hatte beim Tode ihres Vaters im Jahre 1740 ein Großreich übernommen. Ein Großreich, das ihr Vater mit großen Mühen versucht hatte ungeteilt an seine Tochter weiterzugeben, da ihm männliche Nachkommenschaft versagt geblieben war. Karl VI. bemühte sich vor allem durch internationale Verträge, Maria Theresia ein gesichertes Erbe zu hinterlassen. Trotz aller Verträge und Konzessionen konnte die Herrschaft von der jungen Monarchin aber nicht unangefochten übernommen werden. Die Ansprüche Baierns und Sachsens waren der Beginn jenes Konfliktes, der als Folge der von Maria Theresia als unerfüllbar betrachteten preußischen Forderung nach Abtretung schlesischer Provinzen schließlich zum »Österreichischen Erbfolgekrieg« führte. Die ersten acht Jahre ihrer Regierungszeit musste so die junge Monarchin hart um ihr Erbe kämpfen. Maria Theresia - HerrscherinMaria Theresia im Alter von 27 Jahren in der Pose der Herrscherin. Gemälde von Martin van Meytens (1744). Wien, Schloss Schönbrunn. Herrscher des aufgeklärten Absolutismus in Österreich
Wesentlich weniger beachtet als die zur »Frau und Mutter« stilisierte Monarchin ist der in ihrem Schatten stehende Ehemann, der lothringische Herzog Franz Stephan. Seine kluge Wirtschaftspolitik, seine eigenen Finanzunternehmungen, seine gute Menschenkenntnis und Menscheneinschätzung trugen sicher zum Erfolg der Herrscherin nicht unwesentlich bei. Viele der Berater Maria Theresias, die den Reformbestrebungen entscheidende Impulse gaben, wurden durch Franz Stephans Vermittlung empfohlen. Es sind unter diesen Reformern der Zeit, die mit der Monarchin zusammenarbeiteten, der Schlesier Friedrich Wilhelm von Haugwitz und Wenzel Anton von Kaunitz ebenso zu nennen, wie Gerhard von Swieten und Joseph von Sonnenfels. Die von diesen Männern getragenen Reformen des Staates haben einen gewichtigen Einfluss auf die Gestaltung Österreichs ausgeübt. Joseph II., der älteste Sohn unter den 16 Kindern Maria Theresias, war eine ganz andere Persönlichkeit als seine Mutter. Sein Wirken, das ja nicht erst mit dem Tode der Mutter 1780, sondern schon nach dem Tode Franz Stephans 1765 zunächst als Kaiser im Heiligen Römischen Reich und dann als Mitregent in Österreich einsetzte, ist vor allem wegen seiner Eingriffe in kirchliche Belange äußerst umstritten. Der »deutsche«, der »aufgeklärte« Joseph II. hat die tiefe Verehrung eines Teiles der Nachwelt ebenso hervorgerufen, wie die Verteufelung seiner Person durch einen anderen. Im Gegensatz zu seiner Mutter war er radikal und uneinsichtig, was Reformen anlangte. Auch Maria Theresia stand unter dem Einfluss der Aufklärung, und ihre Reformen sind von diesem Gedankengut getragen, doch der bedingungslose Glaube an die Macht der Vernunft war bei Joseph H. weitaus stärker ausgebildet. Alles rational, verstandesgemäß zu organisieren, alles der Vernunft unterzuordnen brachte eine Überforderung der Untertanen durch Reformen mit sich, die nicht mehr verkraftet werden konnten. Maria Theresia mit seine FamilieSittsamkeit, Häuslichkeit und Familiensinn am Kaiserhof Maria Theresia und der Kaiser in Schlafrock, Pantoffeln und Hausmütze sehen beim Morgenkaffee der Nikolausbescherung der jüngsten Familienmitglieder zu. Dieses Bild fast bürgerlicher Häuslichkeit hinter der großartigen Fassade barock-absolutistischer Pracht- und Machtentfaltung entsprach nicht nur weitgehend dem tatsächlichen Lebensverständnis der Kaiserin, sondern wurde auch sorgfältig unter Beachtung seiner Wirkung auf das Volk vom Hof gepflegt. Gemälde (Ausschnitt). Wien, Kunsthistorisches Museum. Nennt man die aufgeklärten Monarchen Österreichs, so muss man sicherlich den Namen Maria Theresias und Josephs II. auch noch den Namen Leopolds II. hinzufügen. Leopold hatte schon die Toscana durch seine aufklärerischen Reformen zu einer Blüte gebracht, er folgte seinem Bruder Joseph II. nach dessen plötzlichem Tod 1790 auf den Thron. Nur zwei Jahre regierte Leopold II. als Kaiser, König von Böhmen und Ungarn und als österreichischer Landesfürst, doch seine kluge Realpolitik, die der Hektik Josephs ermangelte, rettete viele der Reformen Josephs II., indem er sie den Möglichkeiten der Situation anzupassen imstande war. Jedoch die eigentlichen großen Entscheidungen der Zeit verliefen außerhalb dieser Sphäre des Herrschertums und der großen Herrscherpersönlichkeiten. Wirtschaftlich prägte sich in Österreich im 18. Jahrhundert das Manufakturwesen aus, eine Protoindustrialisierung begann, in der zwar schon die Arbeitsformen späterer industrieller Produktion vorweggenommen wurden, jedoch noch ohne Maschinen produziert wurde. Aber die entstehende arbeitsteilige Produktion, das Zusammenziehen der Arbeiter in Fabriken, schuf erstmals die Probleme der Industrialisierung. Die schlechte soziale Lage der Arbeiterschaft, Elend und Ausbeutung der Arbeiter, Frauen- und Kinderarbeit, die Bereicherung einiger weniger auf Kosten der Arbeitskraft vieler waren der Vorgeschmack dessen, was das 19. Jahrhundert nicht nur in Österreich, sondern in der gesamten damals industrialisierten Welt bringen sollte. Maria Theresia und ihre SöhneKaiserin und Mutter: Maria Theresia als Witwe und ihre Söhne Leopold II. Ferdinand, Joseph II. und Maximilian Franz. (Gemälde von J. Maurice, Ausschnitt). Als junge Monarchin mit der Last mehrerer, die Existenz der Habsburgerherrschaft gefährdende Kriege konfrontiert, trug die Kaiserin zugleich die Verantwortung für insgesamt 16 Kinder. Vielleicht war es auch diese große Familie, die sie befähigte, sich mit guten Mitarbeitern zu umgeben und manche weittragende soziale Reform einzuleiten, die dann vor allem von ihrem Sohn Joseph II. vorangetrieben wurden. Wien, Kunsthistorisches Museum. Die »Bauernbefreiung«
In der noch immer dominierenden Landwirtschaft veränderten sich die Produktionsweisen nur wenig. Allerdings wandelten sich die rechtlichen Verhältnisse der Bauern durch die Reformen Maria Theresias und Josephs II. stark. Die österreichischen Bauern lebten – sieht man von einigen wenigen freien Bauern in Tirol und Vorarlberg ab – im wesentlichen in grundherrschaftlichem Verhältnis zu einem Adeligen oder einem Kloster. Das heißt, sie hatten ihr Gut vom Grundherrn in einer bestimmten Leiheform erhalten und mussten dafür Abgaben und Leistungen und auch »Robotdienste« (Fronarbeit) auf den Eigengütern des Grundherrn leisten. Diese Bauern waren völlig rechtlos, sie waren ihren Grundherren wirtschaftlich und rechtlich vollkommen ausgeliefert; der Grundherr besaß vor allem auch die Gerichtsbarkeit über seine Untertanen. Maria Theresia griff nun in dieses Verhältnis zwischen Grundherrn und Bauern zutiefst ein, indem sie durch die Schaffung der Kreisgerichte eine Berufungs- und Beschwerdeinstanz für die Bauern schuf. Joseph II. schließlich – auch hier wieder radikaler als seine Mutter – führte die »Bauernbefreiung« durch: Er löste die Bauern aus der Leibeigenschaft ihrer Grundherren. Der Bauer konnte nun nicht mehr wie ein Stück Vieh mit seinem Hof verkauft werden. Die humanitäre Maßnahme Josephs hat sich vor allem in Böhmen, wo diese Rechtsform üblich war, ausgewirkt. Zusätzlich führte er, um die Steuerleistungen gerechter zu verteilen, »Urbarialregulierungen« durch, und mit dem »Robotpatent«, das die Dienste des Bauern auf den Gütern seines Grundherrn auf einige Tage im Jahr beschränkte, schuf er große Erleichterungen für die bäuerliche Bevölkerung. Schulreformen und Einfluss im kirchlichen Bereich
Die Bildungsreform Maria Theresias und Josephs II. steht ebenfalls mit dem Gedankengut der Aufklärung, mit dem aufklärerischen Glauben an die Macht der Bildung im Zusammenhang. Die Schulreform Maria Theresias schuf eine erste Form der allgemeinen Schulpflicht in Österreich; im Zuge der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahre 1773 wurde auch die Universität reformiert und sozusagen ›verstaatlicht‹. Bei diesen letzten Reformen traten schon die Schwierigkeiten klar zutage, die aus der Veränderung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche erwuchsen. Der absolutistische Staat der Aufklärung war daran interessiert, alle Bereiche, die bisher von der Kirche eingenommen wurden, in den Rahmen der staatlichen Verwaltung zu ziehen, das heißt, der Staat forderte das Monopol über alle bisher von der Kirche wahrgenommenen Aufgaben in sozialen, wirtschaftlichen, bildungsmäßigen Bereichen, er versuchte aber auch die öffentliche Meinung, die er bisher zusammen mit der Kirche beherrscht hatte, unter seinen ausschließlichen Einfluss zu bringen. Unter Maria Theresia hatten sich die Vorläufer dieser großen Bewegung der Säkularisierung (›Verweltlichung‹) des Staates gezeigt; die innerkirchlichen Reformströmungen und das Staatskirchentum wirkten zusammen und führten schließlich zu jenen Anschauungen Josephs II., die von der Forschung als »Josephinismus« bezeichnet werden. Zwei Reformbereiche sind im Rahmen dieses »Josephinismus« deutlich voneinander zu trennen: Die Reformen für die katholische Kirche einerseits und Maßnahmen andererseits, die alle in Österreich bis dahin von der Öffentlichkeit ausgeschlossenen nichtkatholischen Kirchen betrafen. Im Bereich der römisch-katholischen Kirche richteten sich die Reformen Josephs vor allem gegen die Formen des barocken Katholizismus des 18. Jahrhunderts. Entsprechend zählte zu diesen Reformmaßnahmen die Einschränkung des Wallfahrtswesens, die Aufhebung barocker Brüderschaften, die Einschränkung des Luxus und des kirchlichen Zeremoniells, das durch eine nüchterne, einfache Art kirchlicher Feiern ersetzt wurde, zum Teil auch übertrieben schlichte. Bekannt sind die Geschichten, die berichten, Joseph II. habe Bestimmungen vorgesehen, bei Begräbnissen einen immer wieder zu verwendenden Sarg mit einem nach unten klappbaren Boden statt der teuren, in der Erde verfaulenden Holzsärge zu verwenden. Nur der Leichnam sollte so, nur in einen Sack eingenäht, in die Erde versenkt werden, ohne dass der Sarg verlorenging. Auch die Abschaffung der vielen katholischen Feiertage und Heiligenfeste – oder zumindest ihre Einschränkung – zählten zu dieser Richtung. Weitere Reformen Josephs II. setzten sich mit der barocken Ordenswelt des 18. Jahrhunderts auseinander und versuchten auch hier in rationalistischer Weise Neuerungen durchzusetzen. Die Aufhebung verschiedener Klöster, die ausschließlich der Kontemplation (religiösen Versenkung) dienten und keine wie immer geartete soziale oder schulische Tätigkeit ausübten, kennzeichnet diesen Teil der josephinischen Reformen ebenso wie der aus dem Vermögen dieser Klöster gebildete Religionsfonds, der dem Unterhalt der Kirche dienen sollte. Aufhebung der KlösterIllustration zur Aufhebung der Klöster 1782 durch Joseph II. Kupferstich von J.M. Will. Große Vorteile sowohl für den Staat wie für die Kirche brachte die Vermehrung der Pfarren: Jeder Bürger des Staates fand nun in erreichbarer Nähe seelsorgerische Betreuung, gleichzeitig aber kam es durch diese Reform auch zu einer neuen Diözesenregulierung: Diözesanrechte konnten von den nicht in Österreich gelegenen Diözesanvororten – wie etwa Passau – gelöst und neue Diözesen, deren Sitz in den Erblanden des Kaisers lag, geschaffen werden. Zur Zentrierung wie bei den Diözesen zählt auch die Einführung zentralistischer Institute für die Ausbildung der katholischen Geistlichen, die sogenannten »Generalseminarien«, die neben der vom Staat kontrollierbaren theologischen Ausbildung vor allem auch einer Schulung der »Beamten im schwarzen Rock«, um ein oft zitiertes Wort zu gebrauchen, dienen sollten. Die Protestanten wurden mit dem »Toleranzpatent« Josephs II. erstmals in ihrer Stellung im Staate anerkannt, auch die Griechisch-Orthodoxen und schließlich die Juden der Habsburgermonarchie fanden unter Kaiser Joseph II. aus ihrem Gettodasein heraus und kamen auf ihrem Weg zu gleichberechtigten Bürgern dieses Staates ein schönes Stück voran. Allegorie - HirtenbriefLinks: Allegorie auf den Kampf Josephs II. gegen den Klerus. Rechts: Hirtenbrief der Zeit (1782). Wien, Stadtbibliothek. Die Reformen Josephs II. auf kirchlichem Gebiet hatten die Kurie so sehr in Bewegung gesetzt, dass Pius VI. den weiten Weg nach Wien 1782 nicht scheute, um mit dem Kaiser persönlich diese Fragen zu beraten – allerdings ohne Erfolge zu erreichen. Diese kirchlichen Reformen waren in letzter Instanz nur ein Teil jener Staatsreformen, die schon unter Maria Theresia, beeinflusst von ihrem Berater Haugwitz, auf rein staatlichem Gebiete vorangetrieben wurden, die zu einer Zentralisierung der Behörden führten und auch auf dem Gebiet der Rechtssprechung wesentliche Folgen hatten. Rechtskodifizierung und Rechtsvereinheitlichung, die in dieser Zeit in Angriff genommen wurden, gehören zum Kernbereich jener Staatsreform, die den zentralistischen Staat anstrebte. Wechselndes Glück in der Außenpolitik
Waren die Reformen des inneren Staatsaufbaus für die Zukunft Österreichs bedeutend, so blieben die außenpolitischen Erfolge der Zeit mehr als wechselhaft. Maria Theresia, die, wie wir schon gesehen haben, gleich zu Beginn ihrer Regierungszeit in eine große militärische Auseinandersetzung verwickelt wurde, hat in diesem »Österreichischen Erbfolgekrieg« (1740-1748) Schlesien verloren. Diesen Verlust konnte sie nie ganz verschmerzen, und der politische Gegensatz zwischen Preußen und Österreich, der damals aufbrach, wirkte lange nach. Um Schlesien wiederzugewinnen, erfolgte nach dem »Österreichischen Erbfolgekrieg« ein »renversement des alliances«, eine völlige Umgestaltung des Bündnissystems, in dem Österreich – bis dahin immer mit England verbündet, das sich nun an Preußen annäherte – als Bündnispartner den bisherigen »Erbfeind« Frankreich gewinnen konnte. In dieser neuen Bündniskonstellation ging Maria Theresia, diese an sich so friedliebende Herrscherin, in den »Siebenjährigen Krieg« (1756-1763), der schließlich nur den Status quo bestätigte – Schlesien blieb weiterhin verloren. Maria Theresia- Siebenjährige KriegDas Ende des »Siebenjährigen Krieges« – der »Friede von Schloss Hubertusburg« bei Leipzig. Allegorische Darstellung Friedrichs II., Maria Theresias und der polnischen Königs. Ganz zu Ende der Regierungszeit Maria Theresias sollte ein anderer Konflikt zu einem weiteren Krieg führen: Joseph II. war gesonnen, um die baierische Erbfolge zu kämpfen und damit Baiern, wie es schon die alten Tauschpläne – Baiern gegen die österreichischen Niederlande – anstrebten, für das Haus Habsburg zu gewinnen. Maria Theresia beendete diesen als »Zwetschgenrummel« oder »Kartoffelkrieg« ironisierten Kampf mit dem »Frieden von Teschen« (1779), der Österreich das Innviertel als territorialen Gewinn brachte. Zur Zeit Maria Theresias kam es aus dem Bestreben, den Verlust Schlesiens zu kompensieren, zu weiteren Gebietsgewinnen der Habsburgermonarchie, vor allem unter dem Einfluss Josephs II., der Maria Theresia veranlasste, in der polnischen Teilung – ebenso wie Russland und Preußen – Gebiete, nämlich das Königreich Galizien und Lodomerien, für Österreich zu beanspruchen (1772). Für die Vermittlung des »Friedens von Küçük-Kainarçi« zwischen Russland und dem Osmanischen Reich schließlich erhielt Österreich im Jahre 1775 die Bukowina, die Joseph II. zu einer Musterprovinz auszubauen begann. Joseph II. hatte mit seiner Reformtätigkeit keine Erfolge, und am Ende seines Lebens stand er als Gescheiterter; zwei Provinzen waren im Aufruhr: in Ungarn war die Situation äußerst kritisch, und die österreichischen Niederlande konnten als verloren gelten. Beide Konfliktgebiete wurden dann von Leopold II. in relativ kurzer Zeit wieder befriedet. Außenpolitisch war Joseph II. ebenfalls unglücklich, er begann einen erfolglosen Türkenkrieg, den erst Leopold II. durch einen Friedensschluss beenden konnte. Damit hatte sich nach der Krisensituation beim Regierungsantritt Maria Theresias über verschiedene Stadien die außenpolitische Lage unter Leopold gefestigt, und vor allem der innere Staatsaufbau, der so entscheidend umgestaltet wurde, konnte die Grundlage der weiteren Entwicklung bis 1848 bilden.