Friedrich von Schiller – Kurze Biografie

Friedrich von SchillerSchillers Leben war weithin Kampf gegen Unterdrückung und Fremdbestimmung. 1759 in Marbach/N. geboren, wuchs der Sohn eines Wundarztes in kleinbürgerlicher Umgebung auf. Ab 1773 musste er die Militärschule des Herzogs Karl Eugen besuchen, ab 1776 Medizin studieren. Der junge »Karlsschüler« las heimlich Klopstock, Lessing und die »Stürmer und Dränger«. 1780 vollendete er das geniale Drama »Die Räuber«, das, 1782 im Mannheimer Nationaltheater aufgeführt, größtes Aufsehen erregte. Da Schiller trotz Verbots dorthin gereist war, erhielt er vom Herzog Schreibverbot. Er entzog sich der Unterdrückung durch Flucht und lebte im nächsten Jahrfünft bei Freunden an verschiedenen Orten. Weitere Dramen folgen mit »Fiesko« (1783) und »Kabale und Liebe« (1784). Mit »Don Carlos« (1787) wächst Schiller über die Sturm-und-Drang-Welt hinaus. Die nächsten Jahre gelten Geschichtsstudien; 1789 erhält Schiller eine Professur für Geschichte in Jena; 1790 heiratet er Charlotte von Lengefeld. Schon im Jahr darauf zwingt ihn Krankheit zur Aufgabe seines Amts. Aus materieller Not rettet ihn ein Stipendium: Es ermöglicht weitere historische Arbeiten (»Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs«) und philosophische Studien, besonders der Werke Kants. Aus der Auseinandersetzung mit dem Werk Kants erwachsen Schillers große Abhandlungen (»Über Anmut und Würde«, »Über die ästhetische Erziehung des Menschen«, »Über naive und sentimentale Dichtung«). Darin und in seiner Gedankenlyrik nähert er sich der Welt Goethes (»Die Ideale« 1796). Die Zeit gemeinsamer Projekte (»Xenien«) und gegenseitiger Anregung befruchtet Schillers Schaffen stark. Im »Balladenjahr« 1797 entstehen z. B. »Der Taucher«, »Der Ring des Polykrates«, »Der Handschuh«. 1799 ist die Trilogie »Wallenstein« abgeschlossen, 1800 »Maria Stuart«, 1801 »Die Jungfrau von Orleans«, 1803 »Die Braut von Messina«, 1804 »Wilhelm Teil«, sein letztes vollendetes Drama: 1805 stirbt Schiller, neben Goethe der bedeutendste deutsche Klassiker.