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Zerstörung der Erdoberfläche

Lange Zeit wurden Grund und Boden, das Land, als ein in unerschöpflicher Menge zur Verfügung stehendes Gut betrachtet. Erst allmählich setzt sich die Überzeugung durch, dass Grund und Boden keine vermehrbaren Dinge sind und als Basis unserer Existenz eines sorgsamen Umganges bedürfen. Die Gefahren der industriellen Expansion
Land und Boden dienen heute vielen Zwecken, die sich teilweise nur schwer miteinander in Einklang bringen lassen. Die Missachtung des wahren Wertes der Landschaft hat sich bis in die jüngste Vergangenheit in den landschafts-schädigenden Ansprüchen moderner Agrarwirtschaft und Industrie gezeigt. Diese haben es oft mit sich gebracht, dass der Boden weniger als Lebensraum und Existenzgrundlage betrachtet wurde, sondern bloß als notwendige Grundfläche. Der Verlust an Land hat jede industrialisierte Nation betroffen. Die Städte der Erde dehnen sich oft uferlos wuchernd aus, Häuser, Fabriken und Straßen decken den Boden zu. Immer neue Industrieanlagen werden auf »grüner Wiese«, neu erschlossenem Gelände, er richtet, aufgelassenes Industriegelände hingegen wird längst nicht immer rekultiviert. Doch die Landschaft wird nicht nur unmittelbar durch die moderne Zivilisation geschädigt -die Folgen sind viel weitreichender. So verändert sich die Natur durch die industriellen Abgase. Breite Streifen entlang von Straßen weisen einen geschädigten Pflanzenwuchs auf, da Streusalze und Abgase hier einwirken. Viele natürliche Gegebenheiten wurden im Namen des Fortschritts umgestaltet, häufig zum Nachteil der Landschaft. Auch die Tierwelt hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte verändert, der Artenreichtum ging sehr stark zurück. Der Einfluss des Bergbaus
Das zur Errichtung von Gebäuden notwendige Baumaterial wird dem Boden entnommen, das Material für Fundamente, für Dämme und Straßen liefert das umliegende Land. Tagebaue auf Erze oder Kohle fügen der Landschaft noch größere Wunden zu. So haben die Kupferminen in Brocken Hill (Australien) oder in Bougainville (Salomonen) einen Durchmesser von rund 5 Kilometer und werden auch bis fast 1000 m Tiefe abgebaut. Die dabei nötigen Erdbewegungen erreichen geologische Ausmaße. Bei manchen Abbauverfahren laugt Regen das Metall aus dem Erz und schwemmt es in den umgebenden Boden, der völlig vergiftet wird. Einmal vergiftete Böden lassen sich jedoch schwer wieder in ihren ursprünglichen fruchtbaren Zustand zurückverwandeln. Kohle-Tagebaue gehen nicht so weit in die Tiefe wie die erwähnten Tagebaue auf Erze, aber sie können sich über sehr weite Flächen erstrecken. Dennoch kann bei einiger Sorgfalt der Abbau im Tagebau Umwelt- und landfreundlich durchgeführt werden. So ist es möglich, den Mutterboden abzutragen und in der Nähe aufzubewahren, ist der Tagebau ausgekohlt, kann man das Gelände wieder planieren und die Erde auffüllen. Heute werden solche rekultivierenden Tätigkeiten den Bergbaufirmen bereits zur Auflage gemacht. Ein vorbildliches Beispiel für die Rekultivierung ausgekohlter Tagebaue sind die aufgelassenen Braunkohlefelder westlich von Köln. In Gebieten mit starker Konzentrierung von Tagebauen ist es überdies notwendig, die Einflüsse von sauren Wässern (Auslaugung des Gesteins) und von Bodenerosion zu verringern. Darüber hinaus sind die Reinhaltung des Trinkwassers und die Aufrechterhaltung des natürlichen Grundwasserspiegels besonders wichtig. Alle diese Kontrollen und Vorsichtsmaßnahmen sind zwar kostspielig, sie müssen aber durchgeführt werden, damit die bergbaulich genützten Flächen nicht für immer dem Menschen verlorengehen. Landwirtschaft und Abholzung
Selbst moderne Methoden der Landwirtschaft erweisen sich teilweise als schädlich. Zu hohe Dosen chemischer Schädlingsbekämpfungsmittel, sogenannter Pestizide, können die winzigen Organismen im Boden, die zu dessen Fruchtbarkeit beitragen, vernichten. Zwar vermögen chemische Düngemittel Jahr für Jahr gute Ernteerträge zu garantieren, doch wenn die notwendigen organischen Bestandteile des Bodens fehlen, wird seine interne Struktur auf die Dauer geschädigt. Diese Schädigung wird außerdem durch überschwere Ackermaschinen begünstigt, die den Boden zusammendrücken und verfestigen. In ungünstigen Fällen geschieht es – namentlich in den Tropen -, das die empfindlichen Bodenstrukturen, die das Eindringen von Wasser und Luft erleichtern, durch eine beinahe undurchdringbare Bodenkruste ersetzt wird, die sogenannten Laterit-oder Verdichtungsböden. Die Bedeutung der Wälder für die Erhaltung der umgebenden Landschaft kann nicht genug betont werden. Darüber hinaus sind sie ein wichtiger Faktor zur Stabilisierung und Verbesserung des Klimas.

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