August Bebel – Kurze Biografie

August BebelIn Köln als Sohn einer in ärmlichen Verhältnissen lebenden preußischen Unteroffiziersfamilie am 22. Februar 1840 geboren und früh verwaist, wuchs Bebel bei Verwandten auf und erlernte das Drechslerhandwerk. Nach Wanderjahren in Süddeutschland und Österreich ließ er sich 1860 in Leipzig nieder, wo er es ab 1864 als Kleinunternehmer zu Wohlstand brachte. 1860 kam Bebel mit dem Leipziger »Arbeiterbildungsverein« in Kontakt, dessen Vorsitzender er ab 1865 wurde. Hier lernte er Wilhelm Liebknecht kennen, unter dessen Einfluss er sich den Sozialisten anschloss. Bebel folgte zuerst den Ideen Lassalles, wurde aber in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre Marxist. Als solcher glaubte er an die rasche Selbstzerstörung der bürgerlichen Gesellschaft und lehnte die Reformgedanken der Revisionisten ab. Andererseits beteiligte sich Bebel an der Gründung von Gewerkschaften und vertrat gegen Liebknecht die Beteiligung an der parlamentarischen Arbeit. Für seine politische Überzeugung ging er mehrmals ins Gefängnis. 1866 gründete Bebel zusammen mit Liebknecht die großdeutsche, radikaldemokratische und antipreußische »Sächsische Volkspartei«. 1867 wurde er für sie in den Reichstag gewählt, dem er als sozialistischer Abgeordneter bis zu seinem Tode am 13. 8. 1913 angehörte. Im selben Jahr wurde Bebel Vorsitzender des unpolitischen »Verbandes der deutschen Arbeitervereine«, 1868 lenkte er ihn in marxistisches Fahrwasser. 1869 beteiligte er sich in Eisenach an der Gründung der »Sozialdemokratischen Arbeiterpartei« und war bald der anerkannte Führer der Arbeiterbewegung. Bebel schuf die erste moderne Arbeiterpartei, organisierte in der Zeit der »Sozialistengesetze« (1878-90) das Überleben der Partei, und schließlich führte er die SPD, trotz all seiner revolutionären Grundideen, auf einen evolutionären Weg. Neben der organisatorischen Leistung hat Bebel durch umfangreiche schriftstellerische Tätigkeit gewirkt (Hauptwerk: Die Frau und der Sozialismus).

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Info 23.11.2017 19:27
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