Paul Ehrlich – Kurze Biografie

Paul Ehrlich»Viel probieren, möglichste Genauigkeit der Versuche, möglichst wenig willkürliche Einschätzung. Viel arbeiten, wenig publizieren …« gehörte zum Wahlspruch von Paul Ehrlich (* 1854, † 1915), in dessen Geburtsjahr 1854 Rudolf Virchow eben erst die Vermutung geäußert hatte, dass Krankheiten von Störungen in den Zellen ausgehen könnten, und in dessen Todesjahr 1915 mit seiner Hilfe schon ein wesentlicher Sieg über die Infektionskrankheiten errungen war. »Ehrlich färbt am längsten!« hieß es seit seiner Studentenzeit von seiner unermüdlichen Arbeit mit neuen Färbemethoden, mit deren Hilfe Zellbestandteile und Nervenbahnen besser unter dem Mikroskop zu beobachten waren. Und als Assistent an der II. Medizinischen Klinik in Berlin stieß er nach Robert Kochs Vortrag über dessen Entdeckung der Tuberkulosebazillen noch in derselben Nacht auf eine weitaus bessere Färbemethode für sie, die weitere Forschungen zu ihrer Bekämpfung erst ermöglichte. An Kochs »Institut für Infektionskrankheiten« fand Ehrlich dann die Methoden zur Immunisierung gegen Bakterien- und Pflanzengifte, die 1908 mit dem Nobelpreis gewürdigt wurden. Seitdem er Leiter des »Kaiserlichen Instituts für experimentelle Therapie« in Frankfurt geworden war, suchte er nach Abkömmlingen der Farbstoffe, die sich ebenso spezifisch wie diese mit dem Zellprotoplasma der Bakterien verbanden und sie zerstörten, ohne den menschlichen Körper wesentlich zu beeinträchtigen: »Wir müssen (chemisch) zielen lernen!« Der bedeutendste Treffer glückte, als er zusammen mit seinem japanischen Schüler Hata 1908 als 606. Präparat einer langjährigen Versuchsserie das aufsehenerregende »Salvarsan« zur Bekämpfung der Syphilis fand. Ungetrübt blieb seine Entdeckerfreude aber nicht: Streitigkeiten mit seinem früheren Freund Emil von Behring um die kommerzielle Nutzung des Diphtherieserums und Patentstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Salvarsan verbitterten ihn und verursachten wohl seinen frühen Tod.