Prinz Eugen von Savoyen – Kurze Biografie

Als er, kaum zwanzigjährig und gerade vom französischen Sonnenkönig wenig ehrenvoll abgewiesen, in den Dienst des Habsburger Kaisers eintrat, ahnte wohl niemand, wie schnell jener von Gestalt so unansehnliche Prinz zur Feldherrngröße emporwachsen würde.

Geboren war er 1663 in Paris, seine Mutter war eine Nichte Mazarins. Sie erzog ihn als Franzosen, und die Familie bestimmte ihn für den geistlichen Stand. Er aber strebte nach dem Soldatenberuf. In den Türkenkriegen begann seine Karriere, die mit der Eroberung Belgrads 1717 ihren Höhepunkt erreichte. Im Spanischen Erbfolgekrieg war er es, der zusammen mit Marlborough französisches Vormachtstreben in die Schranken wies. Politisch hat Prinz Eugen die künftige Entwicklung Österreichs ebenfalls mitbestimmt, wenngleich er als Präsident der Geheimen Staatskonferenz nie ein Meister der Politik war. Dazu fehlten ihm wohl jene Ausdauer und Konsequenz, die man an dem Feldherrn Prinz Eugen gerühmt hat. Als Verfechter der Aufklärung und der Idee der Staatsräson hat er zweifellos Grundlagen des künftigen Österreichs gelegt. Vor allem hat er sich als erster Offizier seines Kaisers und als Diener des Staates gefühlt. Dass er seine Stellung nicht wie Wallenstein oder Napoleon missbrauchte, macht ihn sympathisch. Als Förderer von Kunst und Wissenschaft pflegte er, der »Philosoph im Kriegsgewand«, mannigfache Kontakte zu den führenden Köpfen Europas.

Schon seine Zeitgenossen schätzten seine Ritterlichkeit, wie sie in jenem bekannten Volkslied besungen wird. Napoleon bewunderte Prinz Eugen als genialen Feldherrn, und Friedrich der Große rühmte ihn als den »Atlas der österreichischen Monarchie« und »eigentlichen Kaiser«. Er starb 1736 in Wien.
 
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