Friedrich II. – Staufisch-englisch-welfische Aussöhnung

Am 15. Juli 1235 schloss Friedrich II. in Worms seine dritte kirchlich gesegnete Ehe mit Isabella von England. (Die Verbindung mit Bianca Markgräfin Lancia [† 1233/34], der mehrere Kinder, darunter der spätere König Manfred, entstammten, war erst 1235 nach dem Tod Biancas anerkannt worden.) Die neue Braut soll nach zeitgenössischen Berichten sehr schön gewesen sein. Wichtiger waren für Friedrich II. die politischen Aspekte der Ehe, denn mit diesem Bund leitete er die endgültige Aussöhnung zwischen den Staufern und dem englischen Königshaus samt dessen welfischen Verwandten ein. Wenig später erhielt deshalb ein Enkel Heinrichs des Löwen das erweiterte Hausgut der Welfen als Herzogtum Braunschweig-Lüneburg übertragen. Der Ausgleich mit den Welfen war perfekt.

Die Politik der Konsolidierung fand ihre Krönung auf dem Fürstentag zu Mainz (1235) mit der Verkündung des Mainzer Landfriedensgesetzes, des ersten Reichsgesetzes, das bemerkenswerterweise nicht nur in lateinischer, sondern auch in deutscher Sprache überliefert ist.

Gewiss ist dieses Gesetz, gemessen an moderner Gesetzgebung, unsystematisch. Es enthält strafrechtliche Bestimmungen, beispielsweise Strafandrohungen gegen Söhne, die sich gegen ihre Väter erheben (!), strafprozessuale Bestimmungen und Vorschriften zur Einschränkung des Fehderechts. Mit der Einsetzung eines Reichshofrichters wurde der Versuch gewagt, eine zentrale Behörde zu schaffen, der jedoch wenig Wirkung beschieden war. Der Mainzer Landfrieden enthielt aber auch Ansätze zur Bewahrung der königlichen Rechte, soweit nach den Gesetzen von 1220 und 1231 noch etwas vorhanden war.

Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in Italien kam Friedrich II. Anfang August 1237 ein letztes Mal über die Alpen nach Deutschland zurück, um die Nachfolge nach der Absetzung Heinrichs (VII.) zu regeln. In Wien ließ er seinen neunjährigen Sohn Konrad, das Kind der frühverstorbenen Isabella von Jerusalem, zum König wählen. Er ließ ihn in der Obhut deutscher Fürsten und deutscher Erzieher, als er im Sommer 1237 zum Kampf gegen die Lombarden aufbrach.
 
Kategorie: Auffassungen 1152 bis 1254 Nach oben

MyBude © 2008/2012
All rights reserved, including the right of reproduction in whole or in part in any form.
Referat: 4443 - Friedrich II. – Staufisch-englisch-welfische Aussöhnung
Friedrich | Ii | Staufisch | Englisch | Welfische | Aussöhnung | Auffassungen | 1152 | 1254
Hauptseite | Impressum | Haftungsausschluss | Sitemap | Wikipedia | Google | BMBF