Winfrid, wie Bonifatius ursprünglich hieß, wurde um 675 als Sohn eines Grundherrn in der Nähe von Exeter in Südengland geboren. Bereits mit sieben Jahren trat er in ein Benediktinerkloster ein. Durch seine umfassende Bildung und durch diplomatisches Geschick erwarb sich der junge Mönch rasch Ansehen. Die Wahl zum Abt seines Klosters schlug Winfrid aus und zog 716 in die Friesenmission.
Bei einem Romaufenthalt, bei dem er auch den Namen Bonifatius erhielt, übertrug ihm der Papst 718 die Mission der Hessen und Thüringer. Drei Jahre später wurde er in Rom zum »Bischof der Deutschen« geweiht. Unterstützt von angelsächsischen Landsleuten vollbrachte Bonifatius mit Zähigkeit und Willensstärke in Thüringen und Hessen ein einzigartiges Missionswerk, das er durch Klostergründungen wie Fritzlar und Fulda absicherte. Auf Weisung des Papstes, der ihn 732 zum Erzbischof und später zum päpstlichen Legaten ernannte, gab Bonifatius der deutschen Kirche durch Einrichtung der Bistümer Freising, Passau, Regensburg, Salzburg, Würzburg, Erfurt und Eichstätt eine feste Organisationsform. Zusammen mit Pippin dem Jüngeren betrieb er - seit 746 Bischof von Mainz - gegen große Widerstände des Klerus die innere Reform der verweltlichten Kirche.
Das Wirken des Bonifatius wurde bestimmt von einem fast ängstlichen Gehorsam gegenüber den Aufträgen des Papstes. Am Ende seines Lebens war er nicht frei von Bedrückungen wegen seines vermeintlich gescheiterten Werkes. Als Greis widmete er sich noch einmal der Mission der Friesen. Hier wurde er am 5. Juni 754 bei einer Firmungsreise in der Nähe von Dokkum mit 52 Gefährten von einer heidnischen Rotte niedergemetzelt. Nach seinem Wunsch ist er in seiner Lieblingsgründung Fulda beigesetzt worden. Seit dem 16. Jahrhundert wird Bonifatius als »Apostel der Deutschen« verehrt. An seinem Grab versammeln sich alljährlich die katholischen Bischöfe Deutschlands zu ihrer Fuldaer Bischofskonferenz.
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