Grenzsicherung und grenzüberschreitender Handel

804 waren die Nordalbinger jenseits der Niederelbe bezwungen. Sie wurden in fränkische Gebiete deportiert; ihr Stammland aber durften die slawischen Abroditen (Obodriten) in Besitz nehmen. Diese hatten auf fränkischer Seite gegen die Sachsen gekämpft und wurden nun mit der Grenzwacht gegen die Dänen betraut. Als Verteidigungszentrum und Grenzbastion errichtete Karl die Burg Itzehoe, als Schutzwall gegenüber dem slawischen Bereich sollte der »Limes Saxoniae« dienen, vielleicht eine Wildnisgrenze mit einzelnen Befestigungen von der Elbe bei Lauenburg, östlich entlang der oberen Trave, bis zum Plöner See und zur Kieler Förde. Aber die lange Grenze von der Ostsee bis nach Böhmen blieb in ständiger Bewegung; immer wieder drängten Slawenstämme nach Westen. Karl der Große setzte sich auch hier durch; er begnügte sich allerdings mit der Grenzsicherung, auf Eingliederung der Grenzvölker verzichtete er.

Der trotz aller kriegerischen Auseinandersetzungen rege Handelsverkehr (neben den Nord-Süd-Handelswegen vom Mittelmeerraum her wurde der Ost-West-Handel von den Slawenländern über Köln und Mainz bis Spanien wichtig) wurde von den Franken an bestimmten Grenzstationen kontrolliert und von Kastellen aus, wie z. B. Magdeburg und Halle, abgesichert. Begehrte Importgüter waren Felle, Pelze, Honig, Wachs und Sklaven, die man zum Teil im Zwischenhandel weiter nach England und vor allem in das islamische Spanien leitete. Das Streben des Adels nach Prestige und standesgemäßem Aufwand riefen einen ständigen Bedarf an Luxusgütern hervor: Räucherwerk, Gewürze, Pelze, kostbare Stoffe, Schmuck, Gegenstände aus Edelmetall und Elfenbein waren begehrte Artikel für den karolingischen Adel, der sich dies durch zunehmenden Wohlstand und wachsende Abhängigkeit und Verarmung des Bauernstandes leisten konnte. Die Franken wiederum führten u.a. Waffen, Textilien, Töpfer- und Glaswaren aus.

Die Wirtschaftsbeziehungen sprengten den europäischen Rahmen, sie überspannten Völker und Räume vom Orient bis nach Skandinavien, von Asien bis zu den Britischen Inseln. Jedenfalls gab es in dieser Zeit Ansätze eines regen Handels nicht nur mit Luxusgütern, sondern auch Gütern des täglichen Bedarfs, die nicht nur dem Adel, der Kirche, dem Hof, sondern auch dem kleinen Mann zugute kamen.
 
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