Otto II. und sein Konflikt mit dem Zänker

Wenn ein übermächtiger Vater dem Sohn die Regierungsgewalt hinterlässt, sind Probleme schon vorprogrammiert. Das galt erst recht, als Otto II., im Todesjahr seines Vaters gerade 18 Jahre alt, von einem Tag auf den andern ein so drückendes Erbe auf seine jungen Schultern zu nehmen hatte. Otto I. hatte zwar den Fehler seines Vaters Heinrich I. vermieden, den Sohn von aller Verantwortung auszusparen, doch Schwierigkeiten gab es dennoch genug. Verwöhnt von den Eltern, wenig geübt in Selbstdisziplin, daher sprunghaft und mutwillig, brauchte der junge Mann oft scharfe Zurechtweisung. Die 967 vollzogene Kaiserkrönung und die sofortige Zustimmung des Adels zur Nachfolge waren noch keine Garantie für störungsfreie Herrschaft. Das hinlänglich bekannte Abtasten des neuen Königs auf Schwachstellen und die Versuche der Herzöge, die Zentralgewalt zu beschneiden, brachten sofort Konflikte mit dem Sohn seines Onkels Heinrich, Herzog Heinrich von Baiern, genannt »Zänker«. Dieser fühlte sich bei Grenzstreitigkeiten übervorteilt und Otto II. in der Abstammung durch seinen purpurgeborenen Vater ebenbürtig. Die alten, dank Ottos I. erfolgreicher Politik zugedeckten, aber nie beseitigten Familienrivalitäten brachen wie ein Geschwür wieder auf. Heinrich suchte Hilfe bei Böhmen und Polen und provozierte eine längst vergangen geglaubte Phase von Eidbruch, Verrat und militärischen Auseinandersetzungen, an deren Ende die Verurteilung des »Reichsfeindes« und seine Gefangensetzung in Ingelheim standen, wo schon sein Vater in gleicher Sache inhaftiert gewesen war. Genau wie damals dem Vater gelang dem Sohn die Flucht. Er stellte sich aber nicht wie sein Vater Weihnachten 941 dem König, sondern versuchte erneut mit Unterstützung des Böhmenherzogs Boleslav, baierischer Freunde und sächsischer Adeliger, Otto II. zu stürzen. Otto II. musste lange kämpfen, ehe sich Heinrich 977 in Passau ergab. Das Herzogtum Baiern wurde ihm entzogen und, um das zum Herzogtum erhobene Kärnten vermindert, Ottos II. Neffen, Liudolfs Sohn Otto, verliehen.

Die vierjährige Dauer der Auseinandersetzungen war nicht Ottos II. mangelndem Geschick oder seiner Jugend zuzuschreiben. Da Heinrich der Zänker den Konflikt durch Hinzunahme Böhmens »internationalisierte«, ermunterte er weitere Gegner wie den Dänen Harald Blauzahn, der allerdings bald die Überlegenheit Ottos II. anerkennen musste.
 
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Referat: 4265 - Otto II. und sein Konflikt mit dem Zänker
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