Friedrich I. – Konfrontation mit Papst Hadrian IV.

Als Friedrich I. die Ronkalischen Beschlüsse auch auf die Toscana und den Kirchenstaat anwandte - Gebiete, die seit Karl dem Großen nominell zum »Königreich Italien« gehörten und damit nicht vom Deutschen Reich abhingen - und durch seine Bevollmächtigten Steuern einziehen ließ, reagierte Papst Hadrian IV. mit drei Forderungen: der Kaiser solle »das Eigentum des heiligen Petrus«, zu dem auch die Mathildischen Güter in der Toscana gehörten, herausgeben, dürfe von den Bischöfen in Italien keinen Lehnseid verlangen und schließlich im Kirchenstaat keine Steuern erheben, da dieser Hoheitsgebiet des Papstes sei. Friedrich I. erwiderte scharf, er verzichte auf den Eid der Bischöfe, wenn diese die Ausübung königlicher Rechte unterließen, und fuhr fort: »Nach Gottes Ordnung heiße und bin ich römischer Kaiser. Zum Schatten eines Herrschers würde ich werden und nur einen leeren Titel führen, wenn die Gewalt über die Stadt Rom mir aus der Hand geschlagen würde.« Damit war von neuem der Kirchenkampf eröffnet. Friedrich I. nahm Fühlung zur römischen Papstopposition auf, Hadrian IV. verbündete sich mit Sizilien und Mailand und drohte dem Kaiser mit dem Kirchenbann. Doch bevor er ihn vollziehen konnte, starb Hadrian.

Bei der nun folgenden Papstwahl kam es zu Tumulten. Eine Minderheit, die der Bürgerbewegung in Rom nahestand, entschied sich für Kardinal Oktavian Monticelli aus kaiserfreundlichem Stadtadel, die Mehrheit des Kollegiums aber wählte den bisherigen Kanzler der Kirche, Kardinal Roland von Siena, einen der beiden päpstlichen Legaten, die beim Reichstag zu Besançon das umstrittene Schreiben überbracht hatten - ein scharfsinniger Theologe und Jurist. Obwohl seine Sympathie Oktavian galt, fühlte sich Friedrich I. zur Schlichtung verpflichtet und berief ein allgemeines Konzil nach Pavia ein, das die Sachlage klären sollte. Roland, der von seinen Anhängern als Alexander III. geweiht worden war, erkannte das Konzil nicht an und erschien nicht. Die Mehrheit der versammelten Bischöfe aus Deutschland und Oberitalien - Franzosen und Engländer hielten sich fern -bestätigte nun die Wahl Oktavians, der sich als Papst Victor IV. nannte. Über Alexander III. wurde der Bann verhängt, und Alexander verhängte im Gegenzug den Bannfluch über Victor IV. und den Kaiser.

Wieder einmal war die abendländische Kirche in zwei Parteien gespalten: hinter Alexander III. standen die meisten Kardinäle, die Kirche in Frankreich und England, die Salzburger Kirchenprovinz, außerdem Sizilien, die Städte Oberitaliens, Ungarn, Spanien, Norwegen, Irland und Byzanz, das von sich aus Verbindungen mit der Lombardei aufgenommen hatte und deshalb als Bündnispartner zumindest infrage kam. Anhänger Victors IV. waren die Reichsländer, Dänemark, Böhmen und Polen. Friedrich I. war es nicht gelungen, die Kirchenspaltung zu verhindern, die achtzehn Jahre lang das Abendland erschüttern sollte.

Erneute Rache an Mailand
Es wäre außenpolitisch sehr ungeschickt gewesen, eindeutig für einen der Päpste Partei zu ergreifen. Deshalb verhielt sich Friedrich I. zunächst neutral, war dabei aber bemüht, Frankreich und England auf seine Seite zu ziehen. Häufige Reibereien zwischen den beiden Königen gaben einen Ansatzpunkt, um ab und zu einen der Herrscher zu gewinnen.

Zuvor entlud sich aber sein ganzer Zorn über Mailand, das im März 1162 bedingungslos kapitulieren musste und ein brutales Strafgericht erfuhr: die Stadt wurde völlig zerstört, ihre Bürger in vier Dörfer in der Umgebung umgesiedelt und einem kaiserlichen Podestà unterstellt.

Die kostbaren Reliquien der Stadt verteilte der Kaiser an ihm ergebene Bischöfe, die Gebeine der Heiligen Drei Könige erhielt der Kanzler Rainald von Dassel, der sie - inzwischen zum Erzbischof von Köln ernannt - in seine Domstadt bringen ließ. Stolz hieß es in einem kaiserlichen Manifest, das wie alle Urkunden »nach der Zerstörung Mailands« datiert war: »Gott selbst hat den Hochmut der Stadt gerichtet, wir zerstörten sie, damit sie künftig nicht sündigen könne, und wenden unsere siegreichen Adler zu neuen Zielen, zur völligen Wiederherstellung des Kaisertums.«
 
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Referat: 4387 - Friedrich I. – Konfrontation mit Papst Hadrian IV.
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