Welche Herausforderung für den Bestand des Reiches damals von den Böhmen und Ungarn ausging, mag ermessen, wer eine der noch erhaltenen Burgen besichtigt, die Heinrich III. in den Grenzmarken, aber auch im Innern des Landes bauen ließ. Noch heute erhebt sich, auf mächtig aufragendem Felsen errichtet, die salische Königsburg über der Reichsstadt Nürnberg, die von Heinrich III. um 1040 gegründet wurde. Der fünfeckige Turm, auch »Alt-Nürnberg« genannt, ein Wahrzeichen der Stadt, soll der Bergfried der ursprünglichen Burganlage gewesen sein. Der befestigte Platz diente als Etappenort für die Reichsfeldzüge des Kaisers im Osten, aber auch als Verwaltungssitz für die im ostfränkischen Raum liegenden »Königsgüter«. Diese »Königsgüter« sorgten in Kriegszeiten für Nachschub, im Frieden stellten sie eine wichtige Einnahmequelle des Königs dar. Noch stärker als sein Vater suchte Heinrich III. durch die straffe Zusammenführung der weit zerstreuten Güter dem Königtum eine unabhängige Machtstellung zu sichern.
Unter dem Schutz der Nürnberger Königsburg entwickelten sich, durch das breite Sumpfgebiet der Pegnitz getrennt, zwei Siedlungen. Hier wohnten die königlichen Beamten, die Ministerialen, die für Verwaltung und Verteidigung von Burg und Umland zuständig waren. Hier ließen sich aber auch Handwerker und Kaufleute nieder, die Waffen, landwirtschaftliche Güter und andere Erzeugnisse verkauften und einen regen Warenaustausch mit dem süddeutschen Handelsplatz Regensburg betrieben, der Drehscheibe des Ostwesthandels. Am Fuß der Burg blühte, zunächst in einfachen Holzhäusern, städtisches Leben auf. Es entstand eine Bürgerstadt, die spätere Reichsstadt Nürnberg, die also ihre Entstehung vor allem der Grenzpolitik Heinrichs III. verdankt.
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