Gregor VII. – Kurze Biografie

Gregor VII.Hildebrand, wie Papst Gregor VII. ursprünglich hieß, wurde zwischen 1020 und 1030 wahrscheinlich in dem kleinen, abgelegenen Ort Soana in der heutigen südlichen Toscana geboren. Er stammte aus einer wohlhabenden Bürgerfamilie und kam schon in jungen Jahren nach Rom, wo er in das Marienkloster auf dem Aventin eintrat, das sein Onkel leitete. Er empfing die niederen Weihen und gehörte dann eine Zeitlang zum Gefolge Gregors VI., mit dem er vielleicht weitläufig verwandt war. Als dieser in der Verbannung starb, ging Hildebrand nach Cluny, wurde aber von Papst Leo IX. bald wieder nach Rom zurückgerufen und mit der Verwaltung der Kirche S. Paolo betraut. Er stieg zum Haupt der Reformpartei in Rom auf, diente mehreren Päpsten und galt bald als der mächtigste Mann in der päpstlichen Verwaltung. Zeitgenossen beschreiben ihn als einen kleinen, hässlichen Mann mit tiefschwarzen Haaren. Er soll nüchtern und oft schroff gewesen sein, doch hebt man auch seine gelegentliche Liebenswürdigkeit und Beredsamkeit hervor. 1073 wurde er zum Papst gewählt. Für sich selbst wollte er in der neuen Würde nichts und trug auch weiterhin sein einfaches Mönchsgewand, um so mehr setzte er sich aber für ein machtvolles Papsttum ein. Aus seiner kompromisslosen Haltung heraus nahm er den Kampf gegen Heinrich IV. auf, der neun Jahre dauerte. Lagen anfangs noch alle Vorteile auf seiner Seite, so verschlechterte sich nach 1080 die Situation allmählich. Als der 1084 ihm zu Hilfe geeilte Robert Guiscard Rom verwüstete, musste er mit den abziehenden Normannen vor der Wut der Römer fliehen. Ein Jahr später starb er in Salerno.

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Info 23.11.2017 19:17
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