Die Belagerung von Konstantinopel – Istanbul

Die Belagerung von Konstantinopel im Jahr 1453 durch die Osmanen beendete die Existenz des Byzantinischen Reichs. Der osmanische Sultan Mehmed II. stand an der Spitze des 80.000 Mann starken Belagerungsheeres. Die Verteidigung der Stadt oblag Kaiser Konstantin XI., der weniger als 10.000 Mann zur Verfügung hatte. Die Belagerung begann im Februar 1453. Anfangs wurde die Stadt noch von einer venezianischen Flotte mit Nachschub versorgt, doch dem wurde von einer osmanischen Flotte ein Ende gemacht, die die Stadt vollständig umschloss. Die Osmanen brachte ihre Artillerie, die vom böhmischen Stückgießer Urban befehligt wurde, westlich der Stadt in Stellung. Am 6. April eröffneten 70 Kanonen das Feuer auf die verwundbarsten Abschnitte der z.T. noch aus der Antike stammenden Stadtmauern. Zusätzlich gruben die Osmanen Tunnel, um die Mauern so zu Einsturz zu bringen; diese Tunnel wurden jedoch zumeist entdeckt und blockiert, bevor sie Schaden anrichten konnte. Dennoch wurden vor allem durch die Artillerie immer wieder Breschen in die Mauern geschlagen, durch die die Osmanen in die Stadt einzudringen versuchten. Den Belagerten gelang es jedoch stets, diese Versuche zurückzuschlagen, indem sie Gegenangriffe unternahmen und hinter jeder neu geschlagenen Bresche Palisaden errichteten. Am 29. Mai, also nach zweimonatigem Bombardement, gelang es den Osmanen schließlich, eine so große Bresche in die Mauer zu schießen, dass diese von den Byzantinern nicht mehr vollständig verteidigt werden konnte. Die Osmanen warfen alle Kräfte in diesen Abschnitt; dennoch konnten die Verteidiger die Angreifer noch einige Stunden aufhalten. Schließlich jedoch drang eine osmanische Abteilung über einen zwar unbeschädigten aber auch unbewachten Abschnitt der Mauern in die Stadt ein und fiel den Verteidigern in den Rücken; die Stadt war gefallen. Konstantin hielt bis zuletzt auf den Mauern aus, bis er getötet wurde. Die Osmanen unterzogen die Stadt einer dreitägigen Plünderung. Von Belang ist dabei vor allem die Rolle der Janitscharen als Elitetruppe des Osmanischen Reiches. Einer Legende zufolge soll ein griechisch-stämmiger Hauptmann der Janitscharen beim entscheidenen Sturm in die Stadt gerufen haben: “Eis tän polis!” (“Hinein in die Stadt!”). Dieser Ruf wurde von den untergebenen, aber des Griechischen nicht kundigen Janitscharen aufgegriffen, wurde jedoch im Lärm des Kampfes verstümmelt zu: “Is tan bul!” Als Mehmed II. in die Stadt kam und diesen Ruf hörte, beschloss er, die Stadt solle nach dem Ausruf benannt werden, der seinen Kriegern so viel Mut gegeben habe. Freilich ist diese Anekdote historisch nicht belegt, wird aber nicht ausgeschlossen. Die Osmanen machten Konstantinopel zur neuen Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Die Spätantike bzw. das Mittelalter waren nun endgültig vorbei.

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Info 22.11.2017 17:24
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