Das Geheimnis der grünen Tapete

Die Zwillinge stöhnten vor Langeweile. Dass ihnen aber auch so etwas passieren musste! Krank werden in der fremden Stadt, auf die sie sich schon so gefreut hatten! In den ersten Tagen, als das Fieber die beiden Jungen laut und ängstlich sprechen ließ, waren die Eltern kaum von den Betten gewichen. Aber nunmehr, wo es den Zwillingen besser ging, erledigten Vater und Mutter tagsüber all die Geschäfte, derentwegen sie die Reise unternommen hatten. Die beiden Jungen waren jetzt meistens allein, und sie wussten kaum, was sie anstellen sollten, bis – ja bis der eine von ihnen an der grünen Tapete zog, die in Kopfhöhe neben seinem Bett einige Zentimeter lang abgesprungen war. Erst ging er recht behutsam zu Werke; als er aber auf der Rückseite vergilbtes, bedrucktes Papier erkannte, packte ihn die Neugier, und er zog kräftiger. Er dachte in diesem Augenblick nicht mehr daran, dass es ein Hotelzimmer und folglich eine fremde Tapete war, die er da beschädigte. Er kam sich vielmehr wie ein Forscher vor, der etwas unerhört Interessantes entdeckt hat. Wie würden die Eltern am Abend staunen!
Sein Zwillingsbruder war eingeschlafen, aber später las auch er in der seltsamen, vergilbten Zeitung, während die Dämmerung ins Zimmer fiel, und die Abenteuerlust färbte die bisher so blassen Wangen mehr und mehr rot … GeheimnisDas Geheimnis der grünen Tapete DAS STAND ALLES IN DER ZEITUNG
Hamburg
Die letzten Sturmtage haben manches Treibgut an den Strand geschwemmt, unter anderem auch eine Flaschenpost; die schon zwei Jahrzehnte unterwegs war. Sie wurde seinerzeit vom Institut für Meeresforschung ausgesetzt, denn mit solchen gläsernen Briefen lassen sich billig Stärke und Richtung der Meeresströmungen ermitteln.
Früher, als der Nachrichtenverkehr noch nicht so ausgeklügelt war, bargen Flaschenposten oft die letzten Grüße verlorener Seeleute. Die erste Flaschenpost soll Christoph Kolumbus dem Meer anvertraut haben. Sein Chronist berichtet, der kühne Seefahrer habe auf der Rückfahrt in einem schweren Sturm selber an einer Heimkehr gezweifelt und deshalb seine Tagebücher in Wachstuch eingeschlagen und in eine Holztonne stecken lassen, die mit Pech abgedichtet wurde. Leider hat man vom weiteren Schicksal dieser ungewöhnlich großen Flaschenpost nie wieder etwas gehört. Vielleicht wurde sie irgendwie aufgefunden, und nur der Schrecken vor einer so unheimlichen Fracht hat den Finder die wertvolle Post wieder ins Meer werfen lassen? Wien
Die Nacht vom 14. auf 15. April 1912 war eine Schreckensnacht, von der die ganze Welt noch lange mit Beklemmung sprach. Damals stieß die Titanic auf ihrer Jungfernfahrt mit einem Eisberg zusammen. Über dreitausend Menschen waren an Bord, nur 685 konnten gerettet werden.
Einer der letzten Überlebenden der Katastrophe weiß zu berichten, dass es damals gar nicht leicht war, die Besatzung für den neuen Riesendampfer anzuheuern. Zwar war dort alles tipptopp an Bord, und die Heuer betrug mehr als anderswo, aber unter den Seeleuten galt die Titanic von Anfang an als Unglücksschiff. Schon gleich nach dem Auslaufen stieß sie mit einem Kohlentrimmer zusammen, und tags darauf brach im Kohlenbunker ein Feuer aus. »Das Gespensterschiff« nannte man den Luxusdampfer in manchen Hafenkneipen. Das Ende dieses Schiffes war wirklich gespenstisch! Sydney
Eine siebzig Tonnen große Luxusjacht wurde in den Hafen eingebracht.
Man hatte das Schiff auf See treibend aufgefunden, mit Schlagseite und teilweise vollgelaufen, ohne dass man sich erklären konnte, wohin seine Besatzung und die Passagiere verschwunden waren! Es erinnerte dieses Vorkommnis an den Fall der »Marie Celeste« die als »Gespensterschiff« in die Akten eingegangen ist. Man entdeckte die »Marie Celeste«, die von New York nach Genua unterwegs war, im Dezember 1872 auf dem Atlantik verlassen, aber völlig unbeschädigt. Niemals ist es aufgeklärt worden, warum und wohin Besatzung und Reisende der »Marie Celeste« von Bord gegangen sind. Neapel
Beim Ausbruch des Vesuvs vor rund 1900 Jahren müssen sich in Pompeji schreckliche Szenen abgespielt haben. Eine davon wurde durch neuere Ausgrabungen fast deutlich greifbar. Beim Abräumen der Lava-Asche rings um eine Patrizier-Villa entdeckte man nämlich in einem schmalen Raum gegenüber dem Haupteingang neun Skelette, umgeben von Bergen von Münzen aus Bronze, Silber und Gold. Das gespenstisch anmutende Bild legte die Vermutung nahe, dass die Umgekommenen noch versucht hatten, das Geld zu retten – aber entweder hatten die giftigen Gase die Überraschten getötet oder die Asche ihnen den Weg nach draußen versperrt. Montreux
In einem Tal der Umgebung bildete sich mit Donnergepolter ein Krater, dem ein alter Kirschbaum und ein Haus zum Opfer fielen. Die Bewohner selber waren noch rechtzeitig durch ein unheimlich dumpfes Grollen gewarnt worden. Sie konnten gerade noch ins Freie stürzen und mussten dann zusehen, wie mehrere Tausend Kubikmeter Erde in der Tiefe verschwanden.

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Info 24.09.2017 - 03:15
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