Gespenstische Witze

Eine Dame saß im Café und trank eine heiße Schokolade. Plötzlich ging die Tür auf, ein schwarzer Pudel kam herein, lief zur Theke und bestellte ein Glas Zitronenmilch.
Der Mixer reichte ihm das Getränk, der Pudel leerte das Glas, zahlte seine 3 Euro und verschwand.
Die Schokolade der Dame war inzwischen kalt geworden. Sprachlos und ganz auf ihr eigenes Getränk vergessend, hatte sie nur immer den Pudel angestarrt. Jetzt schüttelte sie den Kopf, und der Ober, der gerade vorbeikam, hörte sie »nicht möglich« vor sich hinmurmeln.
»Nicht wahr, da staunen Sie auch«, sagte da der Ober über die Schulter zurück. »Wo er doch sonst immer Bananenmilch trinkt!« Um Mitternacht – der Vollmond hing über dem Rathausdach – begegneten sich zwei auf dem Marktplatz. Sagte der erste: »Ziemlich gespenstig hier, wie?«
Lachte der zweite: »Ha, was! Sie glauben wohl gar an Gespenster?«
Nickte der erste: »Allerdings!« Und – verdunstete! Ein Fremder kam die Bahnhofstraße herunter. »Guten Morgen!« sagte das Pferd vor dem Milchwagen.
Der Mann stutzte, sah sich um, ging weiter.
»Hallo!« rief das Pferd hinter ihm her. »Sie kennen mich doch!«
»Oh!« staunte der Mann. Dann schüttelte er den Kopf. »Nicht dass ich wüsste!«
»Aber ich bin doch der Derby-Sieger vom letzten Samstag!« sagte das Pferd.
In diesem Augenblick kam der Milchmann aus dem Laden. Er sah die verwunderte Miene des Fremden und war sofort im Bilde. »Glauben Sie ihm nicht!« sagte er zu dem Mann. »Es übertreibt immer – es war am letzten Samstag ja nur der zweite!« Das Schulorchester probte. Schließlich stand der Musiklehrer seufzend auf.
»Einer hat richtig gespielt«, sagte er und sah mit traurigen Augen in die Runde. »Ja, einer hat richtig gespielt, ich weiß nur nicht wer!« Walter musste eine Stunde nachsitzen. Die ganze Familie wartet mit dem Mittagessen. Der Vater empfängt den Jungen mit strenger Miene. »Und warum hast du nachsitzen müssen?« fragt er.
»Ich – weil ich – nur weil ich den Kopf geschüttelt hab«, stottert Walter.
»Nur weil du den Kopf geschüttelt hast?« braust der Vater auf. »Das ist doch unmöglich! Diesem Lehrer werde ich es aber besorgen! Man kann einen doch nicht für ein Kopfschütteln einsperren!«
»Vielleicht – vielleicht doch!« gibt Walter kleinlaut zu. »Es war nämlich nicht mein eigener!« In der Diele war es ganz still. Plötzlich hörte man Schritte. Unheimliche Schritte! Tapp, tapp, tapp machte es. Jochem lauschte und zählte. Neunhundertneunundneunzigmal machte es tapp, ein einziges Mal tipp. Was das wohl war?
Das ist doch ganz einfach: ein Tausendfüßler mit einem Holzfuß! Herr Huber stand an der Bahnsteigsperre und starrte auf den neuen Automaten. »Ihr Gewicht und Ihr Schicksal!« las er auf der beleuchteten Tafel. »Bluff! Nichts als Bluff!« murmelte Herr Huber. »Aber ich könnte doch einmal kontrollieren, ob ich ein wenig abgenommen habe!« Und er trat auf den gummibelegten Tritt.
Nachdem er seinen Groschen eingeworfen hatte, surrte es im Innern des Automaten, und dann flog eine kleine Karte heraus. Herr Huber las: »Sie wiegen 82 Kilo, und Ihr Name ist Huber.«
Herr Huber staunte, aber dann sagte er sich. »Huber heißen viele! Das war bestimmt ein reiner Zufall!« Und er opferte nochmals einen Groschen. Wieder bekam er eine kleine Karte. Diesmal stand darauf: »Sie wiegen 82 Kilo und wollen verreisen!«
»Stimmt zwar«, sagte Herr Huber halblaut, »aber das zu sagen, ist keine Kunst! Wenn sich einer hier am Bahnhof wiegt, ist schließlich doch anzunehmen, dass er verreisen will! Von wegen Automat, der einem das Schicksal sagt! Alles nur Bluff!«
Aber dann probierte es Herr Huber doch noch ein drittes Mal. Damit er ganz beruhigt sein konnte! Er nahm die kleine Karte in Empfang – und diesmal las er: »Sie wiegen 82 Kilo und sind ein Trottel, denn inzwischen haben Sie Ihren Zug versäumt!« Mitten in der Nacht wurde der Bauer wach. Er meinte, draußen ein Geräusch gehört zu haben. Sollte ein Hühnerdieb im Hof sein? Der Bauer stand auf und trat ans offene Fenster. »Wer ist draußen?« fragte er aufs gerade wohl.
Es dauerte ein paar Sekunden, dann meldete sich zögernd eine tiefe Stimme: »Ach, bloß wir Hühner!« »Mein Freund hat ein unheimliches Gedächtnis!« kündigt Mäxchen prahlerisch den Besuch von Frechdachs an.
»Der kann euch die Namen von drei Seiten aus dem Telefonbuch auswendig aufsagen. Und genau der Reihe nach!«
Alles staunt, und als Frechdachs am Nachmittag zum Kaffee erscheint, soll er natürlich gleich dieses einzigartige Gedächtnis unter Beweis stellen.
»Gut«, willigt er ein und zwinkert Mäxchen zu. »Ich beginne auf Seite 79: Maier, Maier, Maier … und immerzu Maier bis auf Seite 81 unten. Soviele Maier stehen nämlich im Telefonbuch unserer Stadt!« Ein Affe und ein Papagei saßen beisammen und zankten sich, wer von ihnen tüchtiger sei. »Ich kann auf die höchsten Bäume klettern«, sagte der Affe. »Ich kann mich mit meinem Schwanz an den Ästen festhalten! Ich kann Flöhe fangen und mit kleinen bunten Bällen spielen! Und ich kann …«
»Ach was«, unterbrach ihn der Papagei, »ich kann sprechen!«
»Na und?« erwiderte der Affe erbost. »Was tu ich denn schon seit einer Viertelstunde?« Gespräch um Mitternacht
Ort: Unter der Laterne in der Nähe einer Wirtschaft
Zeit: Eine gute Weile nach der Polizeistunde.
Personen: Stammgast A und Stammgast B.
A: »Und was ich schon immer sagen wollte – ich möchte einmal wissen, wovon die Post eigentlich lebt.«
B: »Nanu, das ist doch einfach zu beantworten – vom Verkauf ihrer Briefmarken natürlich!«
A: »Siehste, das hab’ ich auch zunächst gedacht. Aber dann habe ich mir folgendes überlegt: Die Post verkauft doch ihre Marken ohne Aufschlag, also die Zehn-Pfennig-Marke für zehn Pfennige und die Zwanziger-Marke tatsächlich nur für zwanzig Pfennig! Sie hat also gar keine Handelsspanne dabei! Und darum sage ich: Es ist mir rätselhaft, wovon die Post eigentlich lebt.«
B: »Und doch lebt sie von ihren Briefmarken! Das ist so (ich habe mir nämlich auch schon oft darüber Gedanken gemacht): Ein Brief darf meinetwegen zwanzig Gramm wiegen oder fünfzig oder was weiß ich. Und es muss immer die jeweils vorgeschriebene Marke drauf! Aber nun frage ich dich: Wieviele Briefe wiegen denn tatsächlich genau zwanzig oder fünfzig oder ich weiß nicht wieviel Gramm? Doch unter hundert höchstens einer! Die anderen wiegen vielleicht achtzehn Gramm oder gar nur vierzehn statt zwanzig! Oder achtundvierzig oder gar nur dreißig statt fünfzig! Siehst du, und von dieser Differenz, davon lebt – hik – die Post!«