Kontinent Asien

Asien ist mit rund 44,6145 Mio. km² der größte Kontinent und umfasst ca. 1/3 der Landmasse der Erde. In Asien leben zudem mit etwa 4 Milliarden Menschen ca. 60 Prozent der Erdbevölkerung. Das Wort Asien (Asia) stammt aus dem Assyrischen und bedeutet Sonnenaufgang. Es entspricht also dem lateinischen Wort Orient oder dem deutschen Morgenland. Ostasien wurde bis vor dem Zweiten Weltkrieg Fernost genannt. Heute wird diese Bezeichnung allerdings nur noch selten verwendet, da er für viele Menschen eine eurozentristische Weltsicht widerspiegelt. Geografie
Asien ist der größte Kontinent der Erde. Mit ca. 44,4 Millionen Quadratkilometer Fläche umfasst er rund ein Drittel der gesamten Landmasse. Gemeinsam mit Europa wird Asien auch als Teil des Großkontinents Eurasien betrachtet. Die kontinentale Landmasse liegt, bis auf die Tschuktschen-Halbinsel in Ostsibirien, ganz in der östlichen Hemisphäre und nördlich des Äquators. Nur die südöstlichsten Inseln im Indonesischen Archipel befinden sich auf der Südhalbkugel der Erde. Ausdehnung und Begrenzung
Asien wird im Norden vom Arktischen Ozean, im Osten vom Pazifischen Ozean und im Süden vom Indischen Ozean begrenzt. Im Westen wird die Grenze zu Europa von Nord nach Süd durch das Ural-Gebirge, den Ural-Fluss, das Kaspische Meer, den Kaukasus, die Südküste des Schwarzen Meeres sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen gebildet. Von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer ist diese Grenze rund 2.700 km lang. Mit Afrika ist Asien nördlich des Roten Meeres über die Halbinsel Sinai (Landenge von Sues, 145 km breit) verbunden. Im Nordosten liegen die Festlandmassen von Asien und Nordamerika an der Beringstraße etwas mehr als 80 km voneinander entfernt. Im Südosten bildet die Inselwelt des Indonesischen Archipels die Verbindung zu Australien. Die Küstenlänge Asiens beträgt etwa 82.300 km, davon entfallen auf den Arktischen Ozean 15.900 km, auf den Pazifischen Ozean 27.300 km, auf den Indischen Ozean 33.600 km und auf das Mittelmeer und das Schwarze Meer zusammen rund 5.500  km.
1. Nördlichster Punkt der Landmasse ist das Kap Tscheljuskin auf der Taimyr-Halbinsel (Sibirien) 77° 40′ n. Br.
2. Südlichste Punkt der Landmasse ist die Spitze der Malaiischen Halbinsel (Kap Buru) 1° 16′ n. Br.
3. Westlichster Punkt ist das Kap Baba in Kleinasien 26° 4′ östl. L.,
4. Östlichster Punkt ist auf Kap Deschnjow (Tschuktschen-Halbinsel, Ostsibirien) 169° 44′ westl. L. Nach Messung des britischen Geografen Douglas Carruthers aus dem frühen 20. Jahrhundert liegt der geografische Mittelpunkt Asiens bei Kyzyl in der autonomen russischen Republik Tuwa in Südsibirien am Zusammenfluss von großem und kleinem Jenissei. Der riesigen Landmasse sind zahlreiche größere Halbinseln vorgelagert. Im Westen Kleinasien (Anatolien) (früher wurde auch die Insel Zypern hinzugerechnet), im Süden die Arabische Halbinsel zwischen dem Roten Meer und dem Persischen Golf, Indien zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Bengalen (mit der vorgelagerten Insel Sri Lanka) und im Südosten Hinterindien zwischen dem Golf von Bengalen und dem Chinesischen Meer. An der Ostküste Asiens zeigen sich mehrere südwärts gerichtete Halbinseln mit vorgelagerten Inselreihen: Korea und Kamtschatka mit den Kurilen, Sachalin und die Inseln Japans (Hokkaidō, Honshū, Shikoku und Kyūshū). Im Norden ist die sibirischen Küste, neben der Taimyr- und der Jamar-Halbinsel, durch die Mündungen mächtiger Ströme geprägt. Gebirge
Nördlich des indischen Subkontinents erheben sich im Anschluss an den Punjab und die Ebene des Ganges die höchsten Gebirge der Erde in denen alle vierzehn Achttausender liegen. Im Himalaja, dem in seiner Ausdehnung größten Gebirgszug der Welt, befindet sich mit dem Mount Everest (8.844 m) der höchste Gipfel. Im Westen schließt an den Himalaja das Karakorum-Gebirge mit dem zweithöchsten Berg K2 (8.611 m) und weiter südöstlich der Hindukusch (Tirich Mir: 7.699 m) sowie nordwestlich der Pamir (Kongur: 7.719 m) an. Das sich nördlich des Himalaja und des Transhimalaja mit dem „heiligen Berg“ Kailash (6.714 m) erstreckende Hochland von Tibet („Dach der Welt“), die höchstgelegene und größte Hochebene der Erde, wird im Nordwesten vom Kunlun Shan-Gebirge und im Nordosten vom Qilian Shan umfasst. Im Norden des Kunlun Shan, jenseits der Wüste Taklamakan und des Tarimbeckens, erhebt sich im Westen das bis zu 7.439 m hohe Tienschan-Gebirge und im Osten der bis zu 4.506 m hohe Altai. Daran anschließend erstrecken sich weitläufige Ebenen, Steppen und Tundren (vgl. Sibirien) bis zum Nordpolarmeer, die von einigen Mittelgebirgen unterbrochen werden, darunter der kasachischen Schwelle (bis 1.566 m), dem mittelsibirischen Bergland (bis 1.701 m), den Jenisseibergen (bis 1.104 m) und im äußersten Nordosten dem ostsibirische Bergland mit seinen Teilgebirgen, an das im Süden das südsibirische Gebirge anschließt. Im Westen bildet der bis zu bis 1.894 m hohe Ural die Begrenzung des westsibirischen Tieflandes und des asiatischen Kontinents. Weiter südlich, im Südwesten des Kontinents, liegt der Kaukasus (Elbrus: 5.642 m), der verschiedentlich als Teil der innereurasischen Grenze, aber auch als europäisches Gebirge betrachtet wird. Im Nordem Kleinasiens, entlang der Küste des Schwarzen Meeres liegt das pontische Gebirge, im Westen der 2.543 m hohe Uludağ und im Osten der 5.165 m hohe Ararat. Östlich von Mesopotamien, dem Zweistromland von Euphrat und Tigris, erhebt sich das bis zu mehr als 4.500 m hohe Zagros-Gebirge. Daran anschließend liegt im Nordosten, zwischen Kaspischem Meer und Iranischem Hochland, das Elburs-Gebirge (Demawend: 5.610 m). In Ostasien befinden sich einige weitere kleinere Gebirgszüge wie etwa das Changbai-Gebirge an der Grenze zwischen China und Nordkorea (Paektu-san: 2.750 m), die Huangshan-Berge (Lotosblütengipfel: 1.841 m) in der chinesischen Provinz Anhui und die Karst-Gipfel nahe der Stadt Guilin im autonomen Gebiet Guangxi am Li-Fluss. Daoisten gelten fünf und Buddhisten vier als „heilige Berge Chinas“ und sind bedeutende Pilgerorte. Entlang der Ostküste Südostasiens erstreckt sich von Nord nach Süd die annamitische Küstenkette, im Norden Thailands das Phetchabun-Gebirge und die Khorat-Hochebene und auf der malaiischen Halbinsel die Ausläufer der hinterindischen Zentralkette (Gunung Tahan: 2.187 ). Auf kambodschanischem Gebiet befinden sich das nur rund 600 m hohe Dangrek- und das Kardamon-Gebirge (Phnom Aural: 1.813 m). Vulkane
Vulkane finden sich in großer Zahl entlang des so genannten „pazifischen Feuerrings“ – in Asien vor allem in Russland, Japan und auf den Philippinen. Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka liegen allein 160 Vulkane, darunter der 4.750 m hohe Kljutschewskaja Sopka, von denen 28 aktiv sind, sowie zahlreiche Geysire. Auf den Philippinen, deren mehr als 7.000 Inseln fast alle vulkanischen Ursprungs sind, sind heute rund 20 Vulkane aktiv, darunter der Pinatubo (1.486 m) und der Mayon (2.462 m). Unter den rund 240 Vulkanen auf den japanischen Inseln, von denen 40 aktiv sind, nimmt der Fujisan (3.776 m, im Westen oft Fujiyama genannt) eine besondere Position im Glauben (vgl. Shintō) der Menschen ein. Andere Vulkane auf den japanischen Inseln sind unter anderem der Akagi (1.828 m), das Vulkanmassiv des Ontake-san (Kengamine: 3.067 m), der Rishiri (1.721 m) und die Vulkangruppe Bandai. Weitere Vulkane Asiens sind beispielsweise in der Mongolei, in China, auf der koreanischen Halbinsel, in Vietnam und Myanmar, auf den Andamanen, dem indischen Subkontinent und weiter westlich auf der arabischen Halbinsel, in Iran, Syrien, Georgien und der Türkei zu finden. Flüsse
1. Amur
2. Euphrat
3. Ganges
4. Huangho
5. Indus
6. Jordan
7. Jenisej
8. Lena
9. Mekong
10. Ob
11. Tigris
12. Syrdarja usbekisch. Sirdaryo
13. Amudarja usbekisch.Amudaryo Seen
1. Aralsee
2. Baikalsee
3. Balchaschsee
4. Chankasee
5. Char Us
6. Chöwsgöl Nuur
7. Dongting Hu
8. Hulun Nur
9. Kaspisches Meer
10. Ngoring Hu
11. Poyang Hu
12. Qinghai Hu
13. Saissansee
14. See Gennesaret
15. Taimyrsee
16. Tonle Sap
17. Totes Meer
18. Tschanysee
19. Urmiasee
20. Vansee
21. Yssykköl Bevölkerung
In ganz Asien leben etwa 4 Milliarden Menschen – was mehr als der Hälfte der Erdbevölkerung entspricht – und es werden immer mehr. Während vor allem Russland und die Mongolei sehr dünn besiedelt sind, gibt es in anderen Ländern geradezu Bevölkerungsexplosionen. Sowohl in Indien als auch in China leben je über eine Milliarde Menschen. Viele Menschen in Asien sind sehr arm und haben keine große Lebenserwartung. In Asien gibt es nach Afrika am meisten Entwicklungsländer. In Asien gehören Indonesien, Vietnam, Kambodscha, Laos, Myanmar, Bangladesh, Bhutan, Nepal, Indien, Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kirgistan, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Jemen und die Mongolei zu den Entwicklungsländern. In Südkorea und Japan ist die Bevölkerung viel reicher. Immer mehr Geld wird für Gebrauchwaren wie Fernseher, Videokonsolen u.ä. ausgegeben. Auch die Schulen und sportlichen Einrichtungen werden immer besser. Auch China ist durch den wirtschaftlichen Aufschwung in den 80-zigern Jahren reicher geworden. Allerdings ist die Aufteilung des Geldes nicht gerecht. Während es immer mehr Milliardäre in China gibt, wird ein anderer Teil der Bevölkerung immer ärmer. Da China praktisch keine Umweltschutzmaßnahmen ergreift, müssen die Fischer oft dreckiges Wasser trinken. Dieses dreckige Wasser führt zu Hautausschlag und Krankheiten. Die Bewohner von Japan erreichen das höchste Durchschnittsalter der Welt. In China, Thailand und Nord- und Südkorea erreichen die Menschen ein durchschnittliches Alter. Die Lebenserwartung der Russen ist ein wenig höher. In Südwestasien, im Nahen Osten und in der Mongolei liegt die Lebenserwartung sehr viel tiefer. Geschichte
Asien ist die Wiege zahlreicher Kulturen, beispielsweise in China, in Indien sowie Babylonien und Assyrien in Vorderasien. Alle großen Weltreligionen sind in Asien entstanden. Asien und Europa verbindet eine Lange Tradition an Kriegen (beispielsweise Alexander der Große, die Perserkriege, die Kreuzzüge, die Einfälle der Hunnen und der Türken) und an Entdeckungsreisen (beispielsweise Sven Hedin). Asien ist seit jeher von Großreichen geprägt und nicht so zersplittert wie Europa. Die chinesische Kultur hat in der Welt, vor allem jedoch in Ostasien, ihre Spuren hinterlassen (Papier, Buchdruck, Kompass, Seide, Porzellan u.v.m.). Aus Indien hat sich der Buddhismus verbreitet. Nordasien (insbesondere Sibirien) blieb lange Zeit nahezu unbesiedelt, erst als sich das Russische Reich weiter ausdehnte, wurden dort größere Städte gegründet. Zentralasien war traditionell die Heimat von Steppenvölkern (Reitervölker), (beispielsweise den Mongolen), die in früheren Zeiten eine Bedrohung für Europa darstellten. Der Nahe Osten ist seit dem 7. Jahrhundert vom Islam geprägt und hat einen stark prägenden Einfluss auf Nordafrika gehabt. Religion, Mythologie und Philosophie
Mehrere Regionen Asiens, darunter Mesopotamien, das Tal des Indus (vgl. Indus-Kultur) und China, gelten als „Wiegen der Zivilisation“. Mit der Entwicklung der Zivilisationen und der frühen Hochkulturen in diesen Gebieten ging auch die Entwicklung der Religionen einher. Alle im Allgemeinen als „Weltreligionen“ bezeichneten Religionen haben ihren Ursprung in Asien. Vorderasien
Zu den frühesten Monumenten religiösen Empfindens der Menschheit zählt etwa die Anlage in Göbekli Tepe in der heutigen Türkei. Entstanden um etwa 9000 v. Chr., wobei die Ursprünge noch deutlich weiter zurück reichen dürften, als die neolithische Revolution und damit der Beginn von Ackerbau und Viehzucht noch bevorstand, gilt Göbekli Tepe als älteste bekannte Tempelanlage der Welt. Etwa aus der selben Zeit datieren Funde in Nevalı Çori am Euphrat in der heutigen türkischen Provinz Şanlıurfa, wo auch vergleichbare bildhauerische Werke, wie anthropomorphe Figuren und Tierdarstellungen, die auf eine religiöse Nutzung hindeuten, gefunden wurden. In Mesopotamien (Zweistromland, vgl. „Fruchtbarer Halbmond“) entwickelte sich ab etwa dem vierten Jahrtausend v. Chr. die sumerische Religion. Sie ist eine der ältesten bekannten Religionen und hatte entscheidenden Einfluss auf sich später entwickelnde Glaubenssysteme der Kanaaniter (Vorläufer der Hebräer), Akkader, Babylonier, Assyrer, Hethiter, Hurriter, Ugariter und Aramäer. Neben einer Reihe von den Haupt- und Urgöttern verehrten die Sumerer, in einer Zeit als dort einige der ersten Städte wie Ur und Byblos entstanden (vgl. Liste historischer Stadtgründungen), Stadtgötter und verfügten damit bereits über ein Pantheon von Göttern. Das Gilgamesch-Epos, eines der frühesten schriftlichen Zeugnisse der Menschheit, hat seinen Ursprung in dieser Epoche und erzählt von den Begegnungen des Königs Gilgamesch mit den Göttern und seiner Suche nach Unsterblichkeit. Das Enuma Elisch (niedergeschrieben ca. im 12. Jh. v.Chr.) ist wiederum einer der ursprünglichsten Schöpfungs-Mythen. Sumerische Mythen, wie etwa die Erzählung von der Sintflut, fanden auch Eingang in die judäo-christlichen Traditionen. Vermutlich in Baktrien entstand zwischen 1800 v.Chr. und 700 v.Chr. der Zoroastrismus, eine der ältesten, wenn auch ursprünglich dualistischen, monotheistischen (Ahura Mazda) Religionen, die bis heute überdauert hat. Die Richter (ca 1250 v. Chr) und die Erzväter, die als früheste Überlieferungen der jüdischen Geschichte gelten, hatten ihren Ursprung in Mesopotamien, wo die Vorfahren der Hebräer als Nomadenvolk lebten. Abraham, der Stammvater Israels, soll selbst aus Ur gekommen sein. Tradiert ist die jüdische Religion in einer in der Tora festgehaltenene schriftlichen und einer mündlichen Lehre (Talmud u.a.). Mit Jesus von Nazaret (vgl. Jesus Christus) wurde etwa 7 bis 4 v.Chr. in Palästina der selbst in der Tradition der jüdischen Religion stehende Begründer des Christentum geboren. Nach seinem Tod fand seine Lehre vorerst im Nahen Osten und, innerhalb des Römischen Reiches, in Südeuropa Verbreitung. In Asien entwickelten sich verschiedene Traditionen des christlichen Orients, von denen einige, wie etwa der Nestorianismus, bis weit nach Zentralasien und China vordrangen. Ausgehend vom byzantinischen Reich verbreiteten sich die altorientalischen Kirchen in Vorderasien und auch Indien, sowie die heute noch in weiten Teilen Nordasiens vorherrschenden orthodoxen Kirchen. Die Geschichte des Islam begann im 6. Jahrhundert mit dem Wirken Mohammeds auf der arabischen Halbinsel. Gemäß der im Koran festgehaltenen Lehre des Islam gilt er als der letzte Prophet in der Geschichte der Menschheit und Vollender der Tradition in der auch die Propheten des Alten Testaments bzw. der Bibel stehen. In Asien fand der Islam im Zuge der islamischen Expansion Verbreitung im Nahen Osten und in weiten Teilen Zentral- und Südasiens bis zum indonesischen Archipel im Südosten. Süd- und Ostasien
Der bis heute vor allem in Indien vorherrschende Hinduismus entstand gegen Ende des Indus-Kultur um ca. 2000 v.Chr. Die Lehren basieren auf den Veden, heiligen Schriften, deren älteste, die Rigveda, etwa 1200 bis 1000 v.Chr. zusammengestellt wurde. Der Hinduismus umfasst eine große Zahl teils sehr unterschiedlicher Glaubensschulen und Ansichten. Es gibt weder ein gemeinsames Glaubensbekenntnis, noch Institutionen, die für alle Gläubigen gleichermaßen Autorität besitzen. Verbindende Merkmale sind die zentralen Gottheiten Brahma, Shiva und Vishnu (Trimurti) – die jedoch in den Lehrtraditionen wie Shivaismus, Vishnuismus oder Shaktismus sehr unterschiedlich betrachtet werden – und der Glaube an den sich ständig wiederholender Kreislauf des Lebens (Samsara) und die Reinkarnation. Der Hinduismus hatte, wie die indische Philosophie, schon früh prägenden Einfluss auf jene Länder, die im Einflussbereich der indischen Kultur lagen und fand Eingang in die Glaubenswelten Süd- und Südostasiens. An der Wende vom sechsten zum fünften vorchristlichen Jahrhundert lebte in Nordindien Siddhartha Gautama, der nach der Überlieferung im Alter von 35 Jahren Erleuchtung erlangte und somit zum Buddha („Erwachter“, „Erleuchteter“) wurde. Aus der vedischen Tradition kommend und diese hinter sich lassend wurde er zum Begründer des Buddhismus. Etwa zeitgleich begründete Mahavira ebenfalls in Indien die Lehre des Jainismus. Der Buddhismus wurde vorerst auf dem indischen Subkontinent, auf Sri Lanka und in Zentralasien bekannt. Der südliche Buddhismus (Theravada) fand Verbreitung in den Ländern Südostasiens. Der nördliche Buddhismus (Mahayana) erreichte über die Seidenstraße Zentral- und Ostasien, sowie von Nordindien die Länder der Himalayaregion, wo sich, in Wechselwirkung mit den bereits verbreiteten Glaubenssystemen wie etwa Bön, weiteren Traditionen entwickelten, so beispielsweise Vajrayana (Tibet), Chan (China) bzw. Zen (Japan) und Amitabha-Buddhismus (Ostasien). In China hatten die Philosophen Laozi (auch Lao Tse, Lao-tzu, 6. Jh. v.Chr., ob er tatsächlich existiert hat ist nicht endgültig geklärt) und Konfuzius (auch Kong Tse, Kǒng Fū Zǐ, ca. 551 v.Chr. bis 479 v.Chr.) die Lehrtraditionen des Daoismus und des Konfuzianismus begründet, die bis heute prägenden Einfluss auf die Gedankenwelt und Gesellschaft Ostasiens besitzen und auch die Entwicklung des Buddhismus in diesen Regionen mitbeeinflussten (vgl. Buddhismus in China). Die Religion in Japan war schon war früh durch den Synkretismus verschiedener Glaubenssysteme gekennzeichnet. Bis heute sind Shintō und Buddhismus (Zen, Amidismus), der Japan im 5. oder 6. Jahrhundert erreichte, die am weitesten verbreiteten Religionen. Inhalte der chinesischen Lehren Daoismus und Konfuzianismus wurden von Shintō und Buddhismus aufgenommen und integriert. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs herrscht eine besonders hohe religiöse Toleranz in Japan, was zu einem starken Anwachsen neureligiöser Gruppen geführt hat. An der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert stiftete Guru Nanak im Punjab, im Nordwesten Indiens, den Sikhismus. Oft als Abspaltung oder Reformbewegung des Hinduismus oder als Synkretismus aus Hinduismus und Islam bezeichnet, beschreiben Sikhs ihren Glauben als religionsübergreifenden Lebensweg, der sich nicht an dogmatischen Grenzen, sondern an gelebter Weisheit orientiert. Offiziell am 7. September 1926 im südlichen Vietnam gegründet, ist der Caodaismus (Đạo Cao Đài) heute nach Buddhismus und Katholizismus die drittgrößte Religion des Landes. Religionsstifter war Ngô Văn Chiêu, der die Lehren dieser Religion, die verschiedene Inhalte aus mehreren asiatischen Religionen und dem Christentum umfasst, durch spiritistische Sitzungen empfangen hatte. Im 20. Jahrhundert hatten so unterschiedliche Persönlichkeiten wie der Inder Mahatma Gandhi, mit seiner aus der indischen Philosophie abgeleiteten Lehre der Gewaltlosigkeit (Ahimsa), und der chinesische Revolutionär Mao Zedong, mit seinem auf dem Kommunismus basierenden Maoismus, entscheidenden Einfluss auf die Politik der beiden nach ihrer Bevölkerungszahl größten Länder der Erde und darüber hinaus. Wirtschaft
Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist die Volksrepublik China die größte Volkswirtschaft Asiens. Der weltweit immer noch führenden Wirtschaftsnation USA folgen die asiatischen Staaten China, Indien und Japan. Die Wirtschaft Japans war über Jahrzehnte die am stärksten wachsende Asiens und das Land avancierte seit den 1970er-Jahren hinter den USA und der EU zur drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt. Während Japans wirtschaftliche Lage sich seit den 1990er-Jahren verschlechterte, weisen China und Indien im selben Zeitraum ein, im globalen Vergleich, überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum von mehr als 7 Prozent pro Jahr auf. Immer noch ist Japan aber die führende Wirtschaftsnation Asiens und (neben dem teils zu Europa gezählten Russland) das einzige Land des Kontinents, das Mitglied der Gruppe der Acht führenden Industrieländer ist. Nach dem zweiten Weltkrieg, verstärkt ab den 1960er-Jahren, war das wirtschaftliche Wachstum zunächst auf die Länder entlang der Pazifikküste konzentriert, wovon vor allem Japan, Südkorea und Taiwan profitierten, die sich eng an die Wirtschaft der USA banden. In den 1980er-Jahren entwickelten sich mehrere Staaten Ost- und Südostasien mit einem raschen Wirtschaftswachstum von Schwellenländern zu Industrieländern: die so genannten „Tigerstaaten“ Hongkong (damals noch eine Kronkolonie des Vereinigten Königreichs), Taiwan, Singapur und Südkorea. Ihnen folgten wenig später die „Pantherstaaten“ Indonesien, Malaysia, Philippinen und Thailand (vgl. Fluggänsemodell). 1997/98 fand die rasante Hochkonjunktur in vielen dieser Länder mit der Asienkrise ihr Ende, die, von Thailand ausgehend, vor allem eine Finanz- und Währungskrise war. Japan, Taiwan und teils auch Indien zählen heute zu den weltweit führenden Ländern in Bereich der Hochtechnologie. Auch Malaysia unternimmt verstärkt Anstrengungen zu ihnen aufzuschließen. Dennoch sind weite Teile Ost- und Südasiens nach wie vor landwirtschaftlich geprägt, wobei insbesondere Reisanbau und Fischfang von Bedeutung sind. Die meisten heutigen zentral- und nordasiatische Staaten waren bis zu dessen Zerfall 1990/91 Teil der Sowjetunion und somit planwirtschaftlich organisiert. Sie befinden sich seither im Übergang zur Marktwirtschaft und gewannen, vor allem dank des Rohstoffreichtums einiger Regionen (etwa Erdöl und -gas im Gebiet des Kaspischen Meeres), Bedeutung im sich weltweit verstärkenden Kampf um diese Ressourcen, wobei vor allem die USA, die Länder der EU und China mit seinem stetig wachsenden Energiebedarf, sich um Zugang zu diesen Reserven bemühen. Die Wirtschaft dieser Länder ist großteils von Landwirtschaft und Schwerindustrie bestimmt. In Südwestasien ist vor allem die Erdölförderung der bestimmende Wirtschaftszweig. Die weltweit größten bekannten Reserven befinden sich auf der arabischen Halbinsel und in den umliegenden Regionen am persischen Golf, wobei das Königreich Saudi-Arabien über die umfangreichsten Ölfelder verfügt. Weitere bedeutende Förderländer sind Iran und Irak. Die flächenmäßig kleinen Emirate Kuwait und Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und das Königreich Bahrain zählen durch den Verkauf von Erdöl bei zugleich relativ geringer Bevölkerungszahl zu den reichsten Staaten der Erde. Bündnisse und Organisationen
Im September 1960 gründeten Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und der südamerikanische Staat Venezuela in Bagdad die OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries), der später auch die Ölförderländer Katar (1961), Indonesien (1962) und die Vereinigten Arabischen Emirate (1967) beitraten. Die OPEC-Mitgliedstaaten aus Asien, Afrika und Südamerika fördern zusammen etwa 40 % der weltweiten Erdölproduktion und verfügen über rund drei Viertel der weltweiten Erdölreserven. Ziele der OPEC sind eine gemeinsame Ölpolitik, um sich gegen einen Preisverfall abzusichern, und zugleich die weltweite Ölversorgung sicherzustellen. Über die Festlegung von Förderquoten für die einzelnen OPEC-Mitglieder wird die Erdölproduktion geregelt. Neben der OPEC sind eine Reihe von Staaten auch in der OAPEC (Organization of Arab Petroleum Exporting Countries) vertreten, die 1968 von Kuwait, Libyen und Saudi-Arabien als Zusammenschluss politisch konservativer arabischer Länder Asiens und Nordafrikas und Gegenpol zur OPEC geschaffen wurde. Weitere Mitglieder aus Asien sind heute Bahrain, Irak, Katar, Syrien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die ASEAN (Association of South-East Asian Nations) wurde am 8. August 1967 als politische, wirtschaftliche und kulturelle Vereinigung der südostasiatischen Staaten Thailand, Indonesien, Malaysia, Philippinen und Singapur gegründet. Ziel war und ist die Zusammenarbeit in der Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs, des sozialen Fortschritts und der politische Stabilität in der Region. Gegründet in der Zeit des „Kalten Krieges“ war das Bündnis von Anfang an kapitalistisch-marktwirtschaftlich und auf die Zusammenarbeit mit den westlichen Industrienationen ausgerichtet und stand in Konkurrenz zur kommunistisch-planwirtschaftlichen Volksrepublik China. 1984 trat das Sultanat Brunei der ASEAN bei, 1995 Vietnam, 1997 Myanmar und Laos sowie 1999 Kambodscha. Papua-Neuguinea hat den Status eines Beobachters. Am 1. Januar 2003 wurde mit der Etablierung des ASEAN Free Trade Area (AFTA) eine Freihandelszone geschaffen, der alle Mitgliedsstaaten der ASEAN angehören. Australien und Neuseeland stehen in Verhandlungen, um diesem Freihandelsabkommen beizutreten. ASEAN Plus Three bezeichnet die gemeinsame Konferenz der ASEAN-Staaten mit China, Japan und Südkorea. In Thailand wurde 2000 die Chiang-Mai-Initiative begründet, die eine enge Kooperation der ASEAN Plus Three-Länder im Finanzsektor festlegt. Iran, Pakistan und die Türkei gründeten 1985 die Economic Cooperation Organization (ECO) aus der eine Freihandelszone entstehen sollte. Seit der Auflösung der Sowjetunion traten auch Afghanistan, Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan dem Kooperationsbündnis bei. Internationale Bedeutung kommt ihm vor allem durch den Reichtum an Bodenschätzen in einigen Mitgliedsländern und durch die strategische Lage als Transitkorridor für diese Güter sowohl nach Europa wie auch nach China zu. Auf Initiative der USA, Japans und Australiens wurde 1989 die Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC) geschaffen, deren Ziel die Einrichtung einer aller Pazifik-Anrainerstaaten umfassenden Freihandelszone in zwei Schritten ist: ab 2010 sollen die Freihandelsabkommen für die Industrienationen der Regionen gelten, ab 2020 auch für die Entwicklungsländer. Asiatische Mitglieder der APEC sind Brunei, die Volksrepublik China, Indonesien, Japan, Malaysia, Papua-Neuguinea, die Philippinen, Russland, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand und Vietnam. 1997 wurde die Gruppe der acht Entwicklungsländer (D-8) gegründet, der neben Ägypten und Nigeria die asiatischen Staaten Bangladesch, Indonesien, Iran, Malaysia, Pakistan und die Türkei angehören. Ziel der D-8 ist es ihre Stellung in der Weltwirtschaft zu verbessern, Handelsbeziehungen zu diversifizieren und neue Handelsbeziehungen zu schaffen, die Teilhabe bei Entscheidungen auf internationaler Ebene auszubauen und so für bessere Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern zu sorgen. Die Shanghai Cooperation Organisation (SCO, auch: Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, SOZ) ging 2001 aus der Shanghai-Five-Gruppe hervor, die in erster Linie der militärischen Zusammenarbeit der Mitgliedsländer und der Reduktion der Militärpräsenzen an den gemeinsamen Grenzen dienen sollte. Zu den ursprünglichen Mitgliedsstaaten Volksrepublik China, Russland, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan kam mit Gründung der SCO Usbekistan hinzu. Die Mongolei, Indien, Pakistan und der Iran befinden sich im Beobachterstatus. Besonders Indien wird zu einer vollen Mitgliedschaft ermutigt. Neben der Verbesserung der politischen Stabilität in der Region, wozu auch ein Antiterrornetzwerk (Regional Antiterrorism Structure, RATS) eingerichtet wurde, wird langfristig eine gemeinsame Außenpolitik und die Schaffung einer Freihandelszone angestrebt. Im Vorfeld der fünften ministeriellen Konferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Cancun (Mexiko) wurde 20. August 2003 die Gruppe der Zwanzig (auch G20, zeitweise G21, G22 oder G20+) als gemeinsame Plattform für Entwicklungs- und Schwellenländern und Gegengewicht zu den USA und der EU geschaffen. Neben Brasilien sind die Volksrepublik China und Indien darin die führenden Kräfte. Mitglieder sind auch Indonesien, Pakistan, die Philippinen und Thailand. Die Arabische Liga ist ein Verbund arabischer Staaten und wurde am 22. März 1945 in Kairo gegründet, wo sie auch ihren Sitz hat. Sie besteht aus 22 Mitgliedstaaten: 21 Nationalstaaten in Afrika und Asien sowie Palästina. Die Hauptziele des Verbunds ist die Förderung der Beziehungen der Mitgliedstaaten auf politischem, kulturellem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet. Die Unabhängigkeit und Souveränität der Mitgliedstaaten und der arabischen Außeninteressen soll bewahrt und Streit innerhalb der Liga geschlichtet werden. Zu der Arabischen Liga zählen die Staaten Ägypten, Algerien, Bahrain, Dschibuti, Irak, Jemen, Jordanien, Katar, Komoren, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko, Mauretanien, Oman, Palästinensische Autonomiegebiete, Saudi-Arabien, Somalia, Sudan, Syrien, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate.