Donau Fluss

Die Donau ist mit etwa 2.888 km nach der Wolga der zweitlängste Fluss bzw. Strom in Europa. Der rumänische Name der Donau lautet Dunarea, auf bulgarisch, serbisch und kroatisch heißt sie Dunav, auf ungarisch Duna, slowakisch Dunaj und englisch Danube. Alle diese Namen stammen vom lateinischen Danubius, dem Namen eines römischen Flussgottes ab. Geschichte
Die Donau ist eine der ältesten und bedeutendsten europäischen Handelsrouten. Bereits in frühgeschichtlicher Zeit diente sie als Transportweg für Handelswaren wie zum Beispiel Pelze, die meist mit einfachen Flößen den Fluss entlang transportiert wurden. Im siebten Jahrhundert vor Christus waren es die Griechen, die vom Schwarzen Meer her kommend über die Stadt Tomis, das heutige Constanta, flussaufwärts segelten. Ihre Erkundungsreise endete jedoch am Eisernen Tor, dessen gefährlicher Verlauf die Weiterreise unmöglich machte. Unter den Römern bildete die Donau zwischen der Mündung und der Garnisonsstadt Drobeta am Eisernen Tor die Grenze zu den heidnischen Völkern im Norden und war zugleich Route für den Truppentransport sowie die Versorgung der stromabwärts gelegenen Siedlungen mit Nachschub. Geografie
Die Donau ist der einzige große europäische Fluss, der von Westen nach Osten fließt. Den größten relativen Wassergewinn bringen Iller (130%), Inn (110%), Lech (60%), Isar (45%), Drau (40%) und Save (35%), die zugleich der wasserreichste Nebenfluss ist. Die Donau durchquert bzw. streift folgende 10 Länder:
Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und Ukraine. Die Donau fließt nach 2.852 km in Rumänien und der Ukraine ins Donaudelta, welches in das Schwarze Meer mündet. Im Gegensatz zu anderen Flüssen werden die Kilometer von der Mündung bis zu Quelle hochgezählt, Nullpunkt ist der Leuchtturm von Sulina am Schwarzen Meer. Die Donau hat einen Einzugsbereich von ca. 817.000 km2. Wirtschaft
Aus der Sicht der Binnenschifffahrt wird die Donau in drei Bereiche eingeteilt:
1. Obere Donau von Kelheim bis Komarom/Komarno.
2. Mitteldonau von Komarom/Komarno bis Turnu Severin.
3. Untere Donau von Turnu Severin bis zur Mündung. Die Donau ist ab Kelheim für die Binnenschifffahrt befahrbar und durch den Main-Donau-Kanal ist eine durchgehende Wasserstraße von der Nordsee bis ins Schwarze Meer gegeben. Von Passau an hat die Donau 13 Schleusen, die letzte ist die Doppelschleuse am Eisernen Tor, die Untere Donau ist unreguliert. Tourismus
Neben vielen berühmten und sehenswerten Einzelzielen entlang der Donau sind zahlreiche Donaulandschaften von touristischer Bedeutung, so zum Beispiel der Naturpark Obere Donau in Deutschland, die Wachau in Österreich, das Eiserne Tor in Rumänien und das transnationale Donaudelta. Aber auch der Flusskreuzfahrttourismus ist von Rang, neben der meistbefahrenen Strecke von Passau nach Budapest fahren einzelne Schiffe auch bis in das Donaudelta und zurück. Zur Hochsaison befahren über 60 Kreuzfahrtschiffe die Donau. Deutschland
In Deutschland fließt die Donau von ihrer Quelle bis zur deutsch-österreichischen Grenze, an ihren Ufern liegen als größte Städte Ulm, Ingolstadt, Regensburg, Straubing, Deggendorf und Passau. Zuflüsse der Donau bis Ulm sind von Süden kommend die Riss und die Rot und von Norden die Große Lauter, die kurz vor Ehingen zufließt. Rechtsseitig der Donau fließen in Ulm selbst die Iller, der Lech (bei Donauwörth) und die Isar zu linkseitig hinter Kelheim die Altmühl und bei Regensburg Naab und Regen. Vervollständigt wird sie auf deutschem Boden in der »Drei-Flüsse-Stadt« Passau, wo Inn, Ilz und Donau zusammenfließen. Der Ursprung der Donau liegt nicht in der eher symbolisch zu verstehenden Donauquelle in Donaueschingen, sondern etwas weiter östlich in ihrem Zusammenfluss mit den beiden Bächlein Brigach und Breg am Rande des Schwarzwaldes, gemäß dem Merksatz »Brigach und Breg bringen die Donau zu Weg«. Zwischen Immendingen und Ertingen durchquert sie den Naturpark Obere Donau. Bei Immendingen kommt es dabei zur sogenannten Donauversickerung, hier versickert ein Teil des Donauwassers und gelangt über unterirdische Höhlen im Karststein zum über 14km entfernten Aachtopf, von wo aus das Wasser in den Bodensee und später in den Rhein gelangt. Bei sehr wenig Wasser kann es zeitweise auch zur kompletten Versickerung kommen, die Donau wird dann nur noch von den Flüsschen Krähenbach und Elta gespeist. Donaudelta
Das Donaudelta ist das Mündungsgebiet der Donau am Schwarzen Meer und – nach dem Wolgadelta – das zweitgrößte Flussdelta Europas. Das weltweit einmalige Ökosystem besteht aus 3 Haupt- sowie zahlreichen Seitenarmen, Röhrichten, schwimmenden Inseln, Altarmen und Seen, aber auch Auwäldern sowie extremen Trockenbiotopen auf Dünen. Zahlreiche Vogelarten (z. B. Pelikane, Reiher, Adler) finden dort Brut-, Rast- und Nahrungsplätze, auch viele Fischarten sind in dem Delta zu finden. 1991 erklärte die UNESCO das Delta zu einem Teil des Weltnaturerbes, seitdem ist es Biosphärenreservat. Am 5. Juni 2000 verpflichteten sich die Regierungen Rumäniens, Bulgariens, Moldawiens und der Ukraine zum Schutz und der Renaturierung der Feuchtgebiete entlang der etwa 1.000 Kilometer langen unteren Donau. Dieser sogenannte Grüne Korridor wird damit zum größten grenzüberschreitenden Schutzgebiet Europas. Am 27. August 2004 wurde in der kleinen ukrainischen Stadt Wylkowe ein neuer Wasserweg, der Bystre-Kanal eröffnet. Da er mitten durch das Naturreservoir des Donaudeltas führt und durch eine Senkung des Wasserspiegels eine irreparable Schädigung der einzigartigen Flora und Fauna nach sich ziehen könnte, protestierten unter anderen Umweltverbände, die rumänische Regierung und das EU-Umweltkommissariat gegen den Kanal. Die ukrainische Regierung entgegnete, dass hinter den Vorwürfen vor allem wirtschaftliche Interessen Rumäniens steckten, da dieses bisher eine Art Monopol auf den Schifffahrtsverkehr zum Schwarzen Meer hätte. Nebenflüsse
Arges, Brigach, Blau, Wörnitz, Altmühl, Schwarze Laaber, Naab, Regen, Ilz, Erlau, Ranna, Gr. Mühl, Kl. Mühl, Kamp, March, Waag, Gran, Ipoly (Eipel), Theiß, Jiu, Olt, Ialomiţa, Sereth, Pruth, Riß, Rot, Iller, Günz, Mindel, Zusam, Schutter, Lech, Paar, Ilm, Abens, Große Laaber, Isar, Vils, Inn, Traun, Enns, Ybbs, Traisen, Wien, Schwechat, Fischa, Leitha, Raab, Drau, Save, Morava, Timok, Iskar und Jantra.