Alkoholismus und Drogenmissbrauch

Die Gewohnheit, Bewusstseinsverändernde Substanzen zu sich nehmen, gibt es bei allen Völkern und zu allen Zeiten. Man unterscheidet zwei Hauptgruppen solcher Substanzen: Alkoholika wie Bier, Wein und Spirituosen, Drogen wie Haschisch, Mescalin, Kokain, Heroin, LSD. Einige sind relativ schwach und harmlos, außer sie werden wiederholt in großen Dosen genommen, andere können sogar in kleinen Dosen eine Abhängigkeit erzeugen, die die Persönlichkeit völlig beherrscht. Anfälligkeit für Alkohol
Alkoholiker sind Personen, die vom Alkohol in einem solchen Ausmaß abhängen, dass sich körperliche oder seelische Störungen entwickeln. Alkoholiker machen einen beachtlichen Prozentsatz der Bevölkerung aus. Es gibt verschiedene Arten des Alkoholmissbrauchs. Manche trinken ständig über lange Zeit und erleiden dann in späteren Jahren gesundheitliche Schäden. Andere können zwar zeitweise ohne Alkohol auskommen, trinken jedoch, sobald sie wieder anfangen, völlig unkontrolliert. Exzesse schweren Trinkens über mehrere Wochen hinweg sind nicht ungewöhnlich. Am meisten alkoholgefährdet sind Männer mittleren Alters. Doch treiben neuerdings auch Jugendliche und Frauen zunehmend Alkoholmissbrauch. Besonders gefährdet sind Selbständige, Angehörige freier Berufe sowie an- und ungelernte Arbeiter. Alkoholismus entwickelt sich gewöhnlich langsam. Zuerst trinkt der Alkoholiker, um Angst und Depressionen zu lindern, was auch für kurze Zeit gelingt. Wegen der sich schnell entwickelnden Alkoholtoleranz muss er dann aber, um die ersehnte Entspannung zu erreichen, immer größere Mengen trinken. Nach und nach entwickelt der Alkoholiker eine physische Abhängigkeit, so dass er ohne Alkohol Entzugserscheinungen zeigt. Dazu zählen Schwindel, Erbrechen, Zittern, Gedächtnisausfälle, epileptiforme Anfälle und Entzugsdelirium. Alkoholismus führt meist zu Schwierigkeiten am Arbeitsplatz infolge Abwesenheit oder Trunkenheit, zu Störungen in Familienleben und Ehe, zu finanziellen Schwierigkeiten, Krankheiten, Persönlichkeitsdefekten. Zu den Folgeerscheinungen des Alkoholmissbrauchs gehören Gastritis, Magengeschwür, Leberzirrhose, Entzündung der Bauchspeicheldrüse und Herzmuskelschaden. Hirnschädigung mit ernstlicher Beeinträchtigung des Gedächtnisses ist nicht ungewöhnlich. Zu den psychischen Auswirkungen zählen insbesondere Depressionen mit ausgeprägtem Schuldgefühl, die manchmal im Selbstmord enden. Die Behandlung des Alkoholismus zielt darauf ab, dem Alkoholiker sein Problem einsichtig zu machen. Einige Fachleute glauben, dass bei Alkoholikern eine bestimmte Stoffwechselstörung vorliegt, die in den meisten Fällen eine völlige Abstinenz nötig erscheinen lässt. Psychotherapie und Medikamente, die eine Abneigung gegen Alkohol hervorrufen, werden unterstützend angewandt. Die Gefahren der Drogenabhängigkeit
Unter Drogenabhängigkeit versteht man die wiederholte nichtmedizinische Anwendung einer Droge, deren Gebrauch schädlich ist. Da alle Drogen gefährlich sein können, sollten sie stets mit äußerster Vorsicht angewendet werden, ohne Rücksicht auf gewisse Tendenzen, die den Drogenmissbrauch zu verharmlosen oder gar zu verherrlichen suchen. Drogen werden aus einer verwirrenden Anzahl von Pflanzen hergestellt, doch leitet sich eine wichtige Gruppe, einschließlich Morphin und Heroin, vom Mohn ab. Man bezeichnet sie als Opiate. In letzter Zeit wurden suchterzeugende Drogen auch in Laboratorien entwickelt. Süchtige, denen zum Kauf der Drogen die finanziellen Mittel fehlen (die schnelle Gewöhnung an Opiate erfordert dauernd steigende Dosen), werden oft zu Kriminellen. Ohne seinen »Shot« oder »Fix« (Jargon für injizierbares Rauschgift), zeigt der Drogensüchtige 8 bis 12 Stunden nach der letzten Dosis auffallende Unruhe, Erbrechen, Durchfall und Schlaflosigkeit. Solche Symptome können 3 bis 7 Tage anhalten. Süchtige sind vor allem durch Überdosierung, Leberschaden, Sepsis und Lungenentzündung gefährdet. Die Abhängigkeit von sogenannten weichen Drogen (Barbiturate und andere Beruhigungsmittel), wie sie bei der Behandlung von Schlaflosigkeit und Angstgefühlen häufig angewendet werden, ist ein ernstes Problem. Sie erzeugen in unterschiedlichem Ausmaß Toleranz und physische Abhängigkeiten, können aber, je nach Persönlichkeitsstruktur und sozialer Situation, auch zum Missbrauch von anderen, gefährlichere Drogen, wie etwa Opiaten, überleiten. Illusion, Halluzination, verändertes Zeitgefühl, gestörtes Urteilsvermögen, Verwirrtheit und Fehlorientierung werden bei LSD-Trips beschrieben. Bei Rückschlägen (Flashbacks) treten die Drogeneffekte Wochen oder sogar Monate nach dem Ende eines Trips wieder auf. Amphetamine führen schnell zur Euphorie und können in großen Dosen paranoide Psychosen hervorrufen. Der Streit um den Gebrauch von Haschisch
Ob Cannabis sativa, ein Abkömmling des indischen Hanfs, eine suchterzeugende Droge oder harmlos ist, bleibt umstritten. Die getrockneten Blätter werden Marihuana, das Harz aus den Blütenständen Haschisch genannt. Niedrig dosiert kann es ein Gefühl von Erregtheit mit anschließender innerer Ruhe hervorrufen. Drogenabhängigkeit kann behandelt werden, indem man den Süchtigen unter kontrollierten Dosen hält, die Droge durch eine ähnliche synthetische, jedoch weniger starke, ersetzt oder einen kontrollierten Entzug durchführt.

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Info 21.02.2018 18:28
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