Nichtwissenschaftliche Heilmethoden

Unter nichtmedizinischen oder nicht wissenschaftlichen Heilmethoden versteht man solche, die ohne ärztliche oder medikamentöse Unterstützung – nur durch Aktivierung der im Menschen ruhenden »Lebenskräfte« – zur Gesundung führen. Da diese Methoden viel Unerklärliches beinhalten, ist der Schritt zur Scharlatanerie nicht groß. Andererseits ist das Interesse an nichtwissenschaftlichen Heilmethoden besonders in letzter Zeit gewachsen. Mediziner messen den psychosomatischen Aspekten einer Krankheit mehr und mehr Bedeutung bei. In vielen Fällen, die mit der Schulmedizin nicht zu heilen sind, helfen unkonventionelle Behandlungsmethoden. Medizinmänner und Wunderheilungen
Die vielen nichtmedizinischen Heilmethoden reichen von Beschwörungen durch Zauberdoktoren und Medizinmänner bei primitiven Völkern über Handauflegen, Gebete und Meditation bis zur Anrufung verstorbener Ärzte. Auch die Gabe von Placebos kann man dazu zählen: Das sind Tabletten, die zwar keinerlei medizinisch wirksame Substanzen enthalten, einem echten Arzneimittel jedoch in Aussehen und Geschmack gleichen und daher dem (dies nicht wissenden) Patienten das Gefühl geben, etwas für seine Gesundheit zu tun. Andere Beispiele sind die sogenannte Psychochirurgie, wie sie auf den Philippinen betrieben wird, die heilende Reinigung der Aura (d. h. des Energiefeldes, das angeblich jedes Lebewesen umgibt) und die sog. Biofeedback-Methode. Zeitgenössische Wunderdoktoren wie Kathryn Kuhlman in Amerika und Harry Edwards in England haben Tausenden von Kranken geholfen. Sie sind der festen Überzeugung, durch göttliche Kraft heilen zu können. Olga Worrall, die mit ihrem Mann Ambrose in Maryland (USA) mehr als 40 Jahre lang eine Art »Gesundheitsinstitut« leitete, erlangte durch ihre bemerkenswerten Erfolge – die auch von Medizinern bestätigt wurden – Berühmtheit. Sie bezeichnete sich selbst als »Medium für Gottes Heilkraft durch Gebet«. Kürzlich arbeitete sie sogar mit Wissenschaftlern zusammen, um die Macht des Gebets darzulegen. Tatsächlich gelang es ihr dabei, über eine Entfernung von mehreren 100 km hinweg das Keimen von Samenkörnern und das Wachstum von Pflanzen nachweislich zu beeinflussen. Viele Wunderheilungen werden durch Handauflegen, verbunden mit starker geistig seelischer Konzentration, vollbracht. Diese Methode war besonders unter den Heiligen des Christentums verbreitet. Heilen durch Geisteskraft gehört auch zu den Prinzipien des amerikanischen »New Thought Movement«, dessen Anhänger an das »wissenschaftliche Gebet« glauben. Dr. Norman Vincent Peale in New York verficht die Methode des »positiven Denkens«, und Bruder Mandus aus Blackpool in England, der einen »Kreuzzug zur Heilung der Welt« anführt, gibt an, durch Gottes Kraft Menschen in mehr als 100 Ländern geholfen zu haben. Die Übertragung von psychischer Energie
Der Amerikaner John Scudder, ein Ingenieur und Priester, der Zutritt zu Krankenhäusern hat, verbindet besondere Atemübungen mit »magnetischen« Berührungen des Patienten und führt überdies eine Art Psychotherapie durch, die die Einstellung des Betroffenen zu seiner Krankheit ändern soll. Norbu Chen (ursprünglich Charles Alexander aus Kentucky, USA) macht von Techniken Gebrauch, die er in Tibet erlernte  er bringt seine »seelischen Kräfte durch Singen und Meditieren zum Schwingen« und überträgt die so entstehende Energie auf den Patienten. Damit hatte er derart bemerkenswerte Erfolge, dass sich auch Wissenschaftler für diese Methode zu interessieren begannen. Der Amerikaner Carl O. Simonton und Gilbert Anderson, der in England die »Nationale Gesellschaft der Wunderheiler« (mit 9000 Mitgliedern) führt, machen beide viel versprechende Erfolge bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen geltend. Ihre Methode besteht aus Meditation und Handauflegen, wobei dem Patienten durch eine Art Hypnose der Heilungsvorgang selbst sichtbar gemacht wird. Biofeedback und Akupunktur
Das sogenannte Biofeedback bedeutet bewusste Kontrolle sonst unbewusster Vorgänge. Mit Hilfe eines Instrumentes werden dem Patienten die Folgen seines derzeitigen geistig seelischen Zustandes gezeigt und dann die ihm innewohnenden Kräfte für die Heilung mobilisiert. Heilungsfortschritte werden ebenfalls durch Instrumente objektiviert. Patienten, die an Hypertonie leiden, können den Blutdruck auf diese Weise senken. Durch tiefe innere Entspannung kann der Patient Kopfschmerzen, Asthma, Stress-Symptome u. ä. lindern. Obwohl die Technik der Akupunktur in China bereits seit 5000 Jahren gebräuchlich ist, wurde sie in Europa erst in den sechziger Jahren unseres Jahrhunderts bekannt. Die Akupunktur beruht auf einer Einteilung des Körpers in 14 Hauptmeridiane (12 davon gelten als Verbindungsstraßen zwischen inneren Organen und Körperoberfläche). Auf jedem Meridian gibt es einen Punkt der Stimulation und einen der Sedierung (Schmerzdämpfung). Die Organe sind einander paarweise zugeordnet. Wird z. B. das Herz erregt, so beruhigt sich gleichzeitig die Lunge. Die Akupunktur kennt mindestens 1000 Ansatzpunkte. Eine feine Stahlnadel wird in einen solchen Punkt eingestochen und vorsichtig bewegt. Damit soll der Energiefluss entlang der Meridiane geregelt werden. Diese Methode gründet sich auf ein daoistisches Prinzip, nach dem verschiedene einander zuwiderlaufende Energien im Gleichgewicht gehalten werden müssen, damit der Mensch gesund bleibt.

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Info 18.12.2017 00:16
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