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Erste Hilfe

Um bei einem Unfall oder einer plötzlichen Erkrankung Erste Hilfe zu leisten, benötigt man keine medizinische oder krankenpflegerische Ausbildung. Oft wird das Leben eines Menschen gerade dadurch gerettet, dass es dem Helfer in einer Notfallsituation gelingt, ruhige Nerven zu behalten und das Angemessene zu tun. Dennoch sollte jeder über ein bestimmtes Grundwissen verfügen und die wesentlichsten Handgriffe beherrschen. Erste-Hilfe-Kurse werden in vielen Ländern vom Roten Kreuz oder entsprechenden Organisationen durchgeführt. Ein solcher Kurs lohnt sich, besonders weil einige früher übliche Notfallmaßnahmen inzwischen als untauglich und sogar gefährlich gelten. Grundprinzipien der Ersten Hilfe
Bei der Ersten Hilfe gibt es einige wichtige Grundprinzipien, die jedem geläufig sein sollten, weil sie unter Umständen lebensrettend sein können. Das erste dieser Prinzipien findet seinen Ausdruck im lateinischen Sprichwort »Primum non nocere«. Vor allen Dingen keinen Schaden anrichten. Unerfahrene können einen frisch Verletzten oder plötzlich Erkrankten aus reiner Unwissenheit falsch behandeln. Vielleicht versuchen sie, einem Bewusstlosen Getränke einzuflößen, was zum Einatmen von Flüssigkeit und damit zum Tod durch Ersticken führen kann. Oder sie setzen einen Schockpatienten auf bzw. laufen mit ihm herum. Wenn man nicht weiß, was geschehen muss, ist es besser, gar nichts zu unternehmen. Eine unsachgemäße Herzmassage etwa kann tödlich sein. In jedem Fall ist es wichtig, den Kranken zu beruhigen und vor allem, selbst Vernunft und Überblick nicht zu verlieren. Beim Anblick eines Verletzten in Panik zu geraten ist ebenso schlimm wie die erwähnten Beispiele falscher Hilfeleistung. Ein Krankenwagen muss gerufen werden, der Verletzte soll sehen, dass alles geschieht, was zu seiner Hilfe getan werden kann. Wie man Atemwege offenhält und Blutungen stillt
Um die Sauerstoffversorgung des Organismus aufrechtzuerhalten, ist das Offenhalten der Atemwege lebenswichtig. Viele bewusstlose Verletzte sterben, weil ihre Atmung durch Blut oder Erbrochenes, lockere Zähne und Prothesen oder durch die in den Rachen zurückgefallene Zunge behindert wird. Diese Hindernisse müssen als erstes beseitigt werden. Bei einem bewusstlosen Menschen geht man am besten wie folgt vor: Zuerst wird die Kleidung um Hals und Brustkorb geöffnet, um Strangulationen zu vermeiden. Zahnprothesen werden entfernt, Mund- und Rachenraum von Fremdkörpern befreit. Dann wird der Kranke richtig gelagert. Er soll auf der Seite liegen, mit dem Gesicht nach unten, damit die Zunge nicht nach hinten fallen und die Luftwege blockieren kann. Laute und ziehende Atemgeräusche können darauf hinweisen, dass die Atmung immer noch behindert ist. In diesem Fall soll eine nochmalige genaue Inspektion des Nasen- und Rachenraumes durchgeführt werden. Eine schwere Blutung muss umgehend gestillt werden. Bei Verletzung einer Arterie (Schlagader) – erkennbar daran, dass das Blut in hohem Bogen herausspritzt – oder auch einer größeren Vene können besonders Kinder innerhalb von Minuten verbluten. Die betroffene Extremität darf nicht etwa oberhalb der Blutung durch Anlagen einer Manschette oder eines Schlauches abgebunden werden, weil es dabei zu Stauungen kommen kann. Ebenso wenig soll man versuchen, die Gefäße an ihren »Druckpunkten« (Stellen, wo sie oberflächlich verlaufen oder sonst von außen gut erreichbar sind) mit den Fingern zusammenzupressen. Vielmehr drückt man mindestens 10 Minuten lang genau auf die blutende Stelle, im günstigsten Fall mit einer sterilen Kompresse, notfalls mit einem sauberen Taschentuch oder mit bloßen Fingern. Der Schock und seine Behandlung
Man achte auf Schocksymptome! Verletzte, die viel Blut verloren haben, oder Kranke, die einen Herzanfall erlitten haben, befinden sich häufig im Schock. Sie sind blass und zitterig, die Haut ist kalt und feucht, die Atmung beschleunigt und oberflächlich, der Puls schnell und schwach, die Bewusstseinslage gestört. Eine Bewusstlosigkeit gehört dagegen nicht unbedingt zum Erscheinungsbild des Schocks. Ein Schock kann tödlich verlaufen. Man muss ihn sofort behandeln oder – besser – ihm vorbeugen. Dazu lagere man den Verletzten mit Hilfe einer aufgerollten Jacke oder einer Decke so, dass seine Beine höher liegen als sein Kopf. Man lockere beengende Kleidungsstücke und beruhige vor allem den Betroffenen, denn Angst kann einen Schock herbeiführen oder vertiefen. Auf keinen Fall einem Verletzten etwas zu trinken geben! Flüssigkeiten werden oft erbrochen und dabei eingeatmet, was zur Erstickung führen oder eine Lungenentzündung (sogenannte Aspirationspneumonie) nach sich ziehen kann. Gefährlich ist auch das Einwickeln in Decken – die Wärme erweitert die Hautgefäße, und Blut, das nötig gebraucht wird, um lebenswichtige Organe zu versorgen, fließt in die Körperperipherie. Ohne sachkundige Hilfe soll man einen Verletzten so wenig wie möglich bewegen. Einen Menschen, der z. B. Knochenbrüche erlitten hat, aufzuheben und an einen geschützten Platz zu tragen, kann lebensgefährlich sein, besonders wenn es sich um eine Verletzung der Wirbelsäule (Gefahr der Querschnittslähmung) handelt. Man warte also auf Sanitäter oder Notarzt. Einen Verletzten niemals selbst im Auto transportieren!

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