Krankheitsursachen 2

Mikroorganismen, die in den Körper eindringen, können dort Gifte freisetzen und Schäden verursachen. Mindestens ebenso gefährlich sind bestimmte Abfallstoffe der Industrie und fast alle Medikamente, sofern man sie überdosiert. Viele Pflanzen bilden Giftstoffe in ihren Blättern oder Früchten, und einige Tiere – z. B. bestimmte Schlangen- oder Spinnenarten -geben bei Angriff oder Verteidigung giftige Substanzen ab. Trotz ihres unterschiedlichen Ursprungs ähneln sich fast alle Gifte in ihrer Wirkung: Sie greifen in eine oder mehrere der biochemischen Reaktionen ein, die im lebenden Gewebe ablaufen. Das betroffene Gewebe wird in seiner Funktion gestört, schwere Vergiftungen können tödlich verlaufen. Manche Gifte (von der Art, die Mörder und Selbstmörder bevorzugen) führen zu einem schnellen Tod, ohne dass ein Krankheitsgeschehen vorausgeht. Unter ihnen dürfte die Blausäure das bekannteste sein – sie blockiert umgehend die Sauerstoffversorgung der Zelle und damit die Energiefreisetzung. Eine Zelle, die mit Blausäure in Berührung kommt, stirbt sofort ab. Kohlenmonoxid verbindet sich beim Einatmen mit dem Blutfarbstoff Hämoglobin. Dabei verdrängt es den Sauerstoff aus der Hämoglobin Bindung, und die Zellen ersticken. Es gibt auch Gifte, die nur langsam – d. h. nach langer Krankheit – tödlich wirken. Je nachdem welche biochemischen Prozesse gestört werden, kommt es zu ganz unterschiedlichen Symptomen. Blei z. B. sammelt sich im Körper an und verursacht einen allmählichen Untergang der roten Blutkörperchen. Gutartige und bösartige Tumoren
Tumoren entstehen durch überschießendes Zellwachstum. Die Ursache dieses plötzlichen Wachstums ist oft unbekannt. Tumoren werden nach Größe und Lokalisation eingeteilt. Der Begriff Tumor umfasst alle Geschwülste von der harmlosen Warze bis zum tödlichen Krebs. Viele Tumoren wachsen langsam und ohne sich in andere Körperregionen auszubreiten. Je nach Lokalisation kann eine Geschwulst verschiedene Symptome hervorrufen. Ein großer, oberflächlicher Tumor im Bereich des Rückens kann vollkommen harmlos sein, während ein kleiner Tumor, der auf einen Nerv drückt und dadurch die Funktion dieses Nerven stört, beachtliche Beschwerden verursachen kann. Ein Akustikusneurinom (Geschwulst der Hörnerve) z. B. ist zwar gutartig, führt aber zu Taubheit. Neben den langsam wachsenden Tumoren gibt es andere, die rapide an Größe zunehmen und sich im ganzen Körper verbreiten können (Metastasierung). Das sind die Karzinome (Krebsgeschwülste). Eine solche bösartige Geschwulst zerstört nicht nur das Gewebe, von dem sie ausgeht, sondern auch das am Ort ihrer Metastasen (Tochtergeschwülste) gelegene. Karzinome sind deshalb so gefährlich, weil sie sehr schnell wachsen und sich ausbreiten. Degenerative und immunologische Erkrankungen
Einer Maschine vergleichbar, zeigt auch der menschliche Organismus nach einer gewissen Zeit Abnutzungserscheinungen. Im Gegensatz zur Maschine ist er jedoch oft in der Lage, diese Schäden selbst zu reparieren. Im fortgeschrittenen Alter lässt dann die Regenerationsfähigkeit nach, die Abnutzungserscheinungen nehmen überhand, und es kommt zu den sogenannten degenerativen Erkrankungen. Am Rande kann man auch das Ergrauen der Haare, die Glatzenbildung und die Alterssichtigkeit dazuzählen. Schwerwiegender sind die schmerzhafte Arthrose der Gelenke (durch Abnutzung der Gelenkflächen) und einige neurologische Erkrankungen, z. B. Morbus Parkinson. Die Arterien »verkalken« (Atherosklerose), d. h. sie verlieren ihre Elastizität. Das führt zu Angina pectoris, Verschluss der Herzkranzgefäße oder Schlaganfall. In hochentwickelten Ländern stellt die Atherosklerose die wichtigste unter den degenerativen Erkrankungen dar, die meisten Menschen sterben hier an den Folgen der »Arterienverkalkung«. Das körpereigene Abwehrsystem schützt uns zwar vor Infektionen und wahrscheinlich auch vor Karzinomen, manchmal jedoch werden unsere Abwehrmechanismen »versehentlich« durch ganz harmlose »Feinde« mobilisiert, oder sie richten sich sogar gegen körpereigene Zellen. Eine solche Reaktion kann Heuschnupfen, Nesselsucht (Urtikaria) oder Asthma nach sich ziehen. Auch die wesentlich ernsteren Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises können hierdurch verursacht sein, ebenso die hämolytischen Anämien (Blutarmut durch Zerfall der roten Blutkörperchen). Ähnliche immunologische Vorgänge sind schuld, wenn Herz- oder Nierentransplantate abgestoßen werden. Es kommt auch vor, dass eine Schwangere gegen die roten Blutkörperchen ihres ungeborenen Kindes Antikörper entwickelt, die, wenn sie über die Plazenta in den kindlichen Kreislauf gelangen, Blutarmut und Gelbsucht bewirken können (Blutgruppen- bzw. Rhesusunverträglichkeit). Iatrogene und Idiopathische Erkrankungen
Zum Schluss sollen noch jene Krankheiten erwähnt werden, die unter Medizinern als iatrogene und idiopathische bekannt sind. Iatrogene Erkrankungen sind eine Folge der ärztlichen Behandlung, ihre Skala reicht von den harmlosen Nebenwirkungen einer notwendigen medikamentösen Therapie bis zu den schweren Folgen eines chirurgischen Kunstfehlers. Als idiopathische Krankheiten bezeichnet man jene, deren Ursachen unbekannt oder noch nicht bekannt sind. Zu dieser Gruppe gehört z. B. die weitverbreitete Psoriasis (Schuppenflechte). Die Therapie solcher Erkrankungen macht naturgemäß besondere Schwierigkeiten. Lesen Sie auch: Krankheitsursachen 1

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Info 18.01.2018 04:59
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