Heinrich VII. – Kurze Biografie

Heinrich VII. von LuxemburgDieser Monarch entstammte einem alten Adelsgeschlecht an der Westgrenze des Reiches, das dort schon lange die kleine, zweisprachige Grafschaft Luxemburg regierte. Er verkörperte in Vollendung jenen Fürstentyp, der juristisch gesehen zwar zum Deutschen Reich gehörig, in mannigfacher, besonders kultureller Weise aber an Frankreich gebunden war: Heinrich erblickte 1279 im französischen Valenciennes das Licht der Welt, seine Mutter war eine geborene Gräfin von Avesnes, mit seinem jüngeren Bruder Balduin zusammen lebte er dann längere Zeit am französischen Königshof wurde dort erzogen und erhielt aus den Händen Philipps IV. persönlich den Ritterschlag. So verwundert es gar nicht, dass Heinrich zwar deutsch sprach, sich aber mit Vorliebe des Französischen bediente: Über Sitzungen, welche Heinrich später als Graf von Luxemburg mit seinen Räten abhielt, wurde ohne Ausnahme in Französisch Protokoll geführt. Die Quellen überliefern uns das Bild eines eleganten, außerordentlich hübschen Kavaliers, der seine Umgebung mit seinem guten Aussehen und seinen stets geschliffenen Manieren erfreute. In den Schranken der Turnierplätze Europas glänzte er als einer der besten Kämpfer. Doch hinter dieser verdächtig schimmernden Fassade steckte noch erheblich mehr, nämlich ein fester Charakter, Verantwortungsbewusstsein, eine erstaunlich gute Bildung und solide Fähigkeiten als Verwalter und Offizier. Ohne Zweifel war Heinrich VII. ein vielseitig talentierter Mann, und ein Hauch von Renaissance wird bei ihm schon spürbar, auch wenn manche Historiker seiner späteren Politik eine eher rückwärts gewandte Tendenz glauben attestieren zu müssen. In ihm aufgrund finanzieller Zuwendungen eine von Frankreich ferngesteuerte Marionette zu sehen, wäre deshalb auch völlig verfehlt.

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Info 26.09.2017 - 21:52
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