Salz im Industal

Zwischen 3000 und 1500 v.Chr. beherbergte das Industal eine der am höchsten entwickelten und faszinierendsten Kulturen der damaligen Welt. Der Zusammenbruch einer Kultur
Aus archäologischen Funden, die in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts gemacht wurden, wissen wir, dass es im Tal zwei große kulturelle Zentren gab: Mohenjo-Daro und Harappa (daher der Name »Harappa-Kultur«). Diese Städte hatten eine ausgeklügelte Verwaltung und komfortable Häuser (in einem Rechteckschema angeordnet), eine Kanalisation, Wohn- und Handelsgebiete, standardisierte Maße und Gewichte sowie ein gut organisiertes Kunsthandwerk. Um 1500 v.Chr. brach diese Kultur zusammen. Obwohl Naturwissenschaftler und Historiker sich noch uneinig sind, halten die meisten das Salz für die Hauptursache. Städte sind auf Landwirtschaft angewiesen, denn nur deren Überschüsse erlauben es den Menschen, anderen Berufen nachzugehen. Harappa war keine Ausnahme. Gerste und Weizen waren die wichtigsten Getreide, und im Industal wurden die ältesten Belege für ein systematisch gepflügtes Feld gefunden. Ernteausfälle
Wenn die Felder zu salzig sind, ist eine Bebauung fast unmöglich, denn das Salz hindert die Pflanzen daran, Wasser aufzunehmen, und verändert die chemische Beschaffenheit der Umwelt so, dass sie den Pflanzen schadet. (Als die Römer im Jahr 146 v.Chr. Karthago zerstörten, töteten sie nicht nur Tausende von Einwohnern und rissen ihre Häuser nieder, sondern streuten auch Salz auf die Felder, damit sie verödeten.) Je mehr die Bevölkerung im Industal wuchs, desto mehr Feldfrüchte und Wasser brauchte sie. Die Bauern leiteten Wasser aus dem Indus auf die Felder, das Salze und Lauge aus den Bergen enthielt und das Land allmählich unfruchtbar machte. Um 1500 v.Chr. verließen die Menschen ihre Häuser und Felder, und selbst heute noch ist der salzige Boden ein enormes Problem im Tal. Fakten
1. Um 2000 v. Chr. beherbergte das Industal eine der am höchsten entwickelten Kulturen der damaligen Welt, vergleichbar mit der ägyptischen und chinesischen.
2. Das Wasser des Indus, mit dem man die Felder bewässerte, machte den Boden salzig, so dass die Ernten spärlicher wurden.
3. Um 1500 v.Chr. brach die Induskultur aufgrund allmählicher Erschöpfung und Versalzung des Bodens zusammen.

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Info 18.11.2017 13:03
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