Der Vulkan auf Thera

Nicht alle Katastrophen kann man allein an den Todesopfern messen. Manche bewirkten einen großen kulturellen verlust oder eine völkerwanderung. Ein antikes Beispiel dafür liefert die ägäische Insel Thera, etwa 100 km nördlich von Kreta. Im 17. Jahrhundert v. Chr. war Thera ein wichtiger Teil der griechischen Welt, vor allem dank ihres großen Hafens, der sich beim heutigen Akrotiri befand (diesen Namen trug auch die alte Stätte). Eine drohende Katastrophe
Akrotiri gehörte zu den am höchsten entwickelten Städten seiner Zeit. Seine dicht stehenden, mehrstöckigen Häuser waren über gepflasterte Straßen erreichbar. Außerdem besaß die Stadt eine gute Kanalisation und Kanäle für Regenwasser. Moderne Archäologen entdeckten, dass die Häuser innen kunstvoll mit naturalistischen Fresken verziert waren, die meist Szenen aus Religion oder Schifffahrt darstellten. Akrotiri lag jedoch in einer Gegend mit hoher seismischer Aktivität und in der Nähe eines aktiven Vulkans. Anders als in vielen alten (und neuen) Kulturen versuchten die Menschen in Akrotiri, erdbebensicher zu bauen. Die Ziegelwände wurden mit zusätzlichen waagrechten und senkrechten Balken verstärkt. Doch im Jahr 1628 v.Chr. erschütterten schwere Erdstöße die Stadt, und die verängstigten Einwohner flohen. Sie kehrten zwar bald zurück und wollten ihre Stadt wieder aufbauen, aber es gibt Hinweise darauf, dass sie schnell aufgaben, weil der Vulkan, der die Insel dominierte, auszubrechen begann. Eine Aschewolke
In Akrotiri wurden keine menschlichen Überreste oder wertvollen Gegenstände gefunden – die Evakuierung war offenbar erfolgreich. Aber als der Vulkan ausbrach, hatte niemand mehr Interesse, in dieser Stadt zu wohnen. Der Vulkan spuckte schätzungsweise 31 Kubikkilometer Magma aus und hinterließ 79 Kubikkilometer Gesteinsmasse. Magma und Tonnen von Asche, die zu Beginn der Eruption niederfielen, versiegelten Akrotiri in einem vulkanischen Grab, so dass die modernen Archäologen eine gut erhaltene Stadt vorfanden. Der Vulkan brach zusammen, und es entstand ein großer Krater, in den eine riesige Meereswelle schwappte. Manche Historiker machen den Vulkanausbruch auf Thera für den Untergang der gesamten minoischen Kultur verantwortlich. Fakten
1. Im 17. Jahrhundert v. Chr. ist Akrotiri auf der ägäischen Insel Thera eine wichtige Hafenstadt.
2. Um 1628 v.Chr. verlassen die Einwohner ihre Stadt wegen zunehmender seismischer und vulkanischer Aktivitäten.
3. Akrotiri wird durch einen gewaltigen Vulkanausbruch zerstört. Er begräbt die Stadt unter Tonnen von Lava.

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Info 18.12.2017 00:19
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