Die Pest in Rom

Ende des 2. Jahrhunderts erreichte das römische Kaiserreich den Gipfel seiner Macht. Um 100 n.Chr. erstreckte sich das Römische Reich von Nordafrika bis Britannien und von Rom bis Syrien – es war so groß, dass die Römer sich fast ständig im Krieg befanden. Doch im Jahr 180 standen sie einem schier unbesiegbaren Feind gegenüber, der weit mehr Opfer kostete als jede Schlacht: der Pest. Der Ursprung der Pest
Es ist schwer zu sagen, um welche Seuche es sich handelte. Es könnte die Beulenpest gewesen sein, die in Zentralasien entstand und Westeuropa seit 2 500 Jahren regelmäßig heimsuchte. Eine mögliche Alternative wären die Pocken. Sicher ist, dass Rom für Infektionskrankheiten aller Art anfällig war. Die Stadt hatte im 2. Jahrhundert rund eine Million Einwohner, viel mehr als jede andere Großstadt jener Zeit. Obwohl Kaiser Augustus (27 v. Chr. – 14 n. Ghr.) die Stadtplanung reformierte, waren die sanitären Verhältnisse schlecht. Zudem strömten Angehörige fremder Völker ständig und in großer Zahl nach Rom und brachten Krankheiten mit, gegen welche die Römer nicht immun waren. Die Pest schlug um 180 zu, und manche glauben, die Legionen des Mark Aurel, die aus dem Partherkrieg zurückkehrten, hätten sie eingeschleppt. Ein gnadenloser Feind
Die Pest wütete in der Stadt und tötete auf ihrem Höhepunkt jeden Tag etwa 2 000 Menschen. In den folgenden neun Jahren starb ein Zehntel der Bevölkerung, stellenweise ein Drittel. Zudem breitete die Seuche sich in ganz Italien und dann nach Kleinasien, Griechenland und Ägypten aus – eine Katastrophe für das Reich. Tausende von Soldaten starben, und deshalb (neben anderen gesellschaftlichen Gründen) wurden Söldner angeworben, denen das Wohl der Stadt natürlich weniger am Herzen lag als den Römern selbst. Der Mangel an Arbeitskräften führte zu wirtschaftlichen Problemen. Die Pest und die nachfolgenden weiteren Seuchen trugen erheblich zum Zusammenbruch des Römischen Reiches bei, der im 5. Jahrhundert abgeschlossen war. Fakten
1. 180 n.Chr. sucht die Pest die Stadt Rom heim. Wahrscheinlich wurde sie aus Parthien eingeschleppt.
2. Einer von zehn Einwohnern stirbt zwischen 180 und 189.
3. Die Folge der Pest ist ein enormer Mangel an Soldaten für die Streitkräfte.