Das Erdbeben in Korinth

Die antike Stadt Korinth lag auf dem Peloponnes, etwa 80 km westlich von Athen. Sie entwickelte sich etwa im 8. Jahrhundert v. Chr. als Stadtstaat und wuchs zu einer dominierenden Kraft auf den maritimen Handelswegen zwischen dem ägäischen und ionischen Meer heran. Nur im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde es vom aufsteigenden Stern Athens überstrahlt. In den nächsten 500 Jahren war Korinth ein unruhiger Mitspieler bei den ständigen Machtkämpfen der Region, und im Jahr 44 v. Chr. wurde es römische Kolonie. Unter den Römern wuchs die Stadt und gewann an Einfluss, und obwohl das Römische Reich im 5. Jahrhundert zusammenbrach, behielt Korinth seine ansehnliche Macht. Die Zerstörung der Stadt
Zum Unglück der Korinther lag die Stadt jedoch in einer der erdbebenreichsten Regionen Europas. Wissenschaftler, die derzeit die tektonische Aktivität im Golf von Korinth untersuchen, erklären, dass die Kontinentaldrift in diesem Gebiet wahrscheinlich die stärkste auf der Erde ist. Die Platten öffnen sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1,5 cm im Jahr. Im Jahr 856 tobten sich diese gewaltigen seismischen Kräfte in der Stadt aus. Ein Jahrhundert der Katastrophen
Das 9 Jahrhundert war im Allgemeinen eine harte Zeit für Korinth, was die seismische Aktivität anbelangt. Anfang der fünfziger Jahre litt die Stadt unter einer Reihe von großen Erdbeben, die Hunderte von Menschen töteten und erhebliche Auswirkungen auf das soziale und wirtschaftliche Wohl der Stadt hatten. Der Höhepunkt war ein gewaltiges Beben im Jahr 856, das fast die ganze Stadt zerstörte. Dieses Erdbeben gilt heute noch als eines der schlimmsten in der Geschichte, und man schätzt, dass es eine Stärke von 9 oder 10 auf der Mercalliskala hatte und dass 45 000 Menschen dabei den Tod fanden. Zusammen mit sozialen und politischen Faktoren, waren die Erdbeben eine Hauptursache für den Niedergang des antiken Korinth. 1858 richtete ein weiteres großes Beben die Stadt endgültig zugrunde. Das moderne Korinth liegt 5 km nordöstlich der alten Stadt. 1928 und 1981 richteten Erdbeben schwere Schäden an, und Seismologen arbeiten hart an Verfahren, die das nächste Beben zuverlässig vorhersagen. Fakten
1. Um 850 verwüsten mehrere Erdbeben die Stadt Korinth auf dem Peloponnes.
2. 856 zerstört ein großes Beben – es hat wahrscheinlich die Stärke 8 oder 9 – fast die ganze Stadt und tötet 45 000 Menschen.
3. Bis heute leidet die Region unter seismischer Aktivität.