Die spanische Kolonisation

Die spanische Kolonisation Süd- und Nordamerikas löste eine der schlimmsten gesellschaftlichen, menschlichen und kulturellen katastrophen der Geschichte aus. Der spanische Eroberungsdrang begann etwa 1469, als Ferdinand V. von Kastilien und Isabella I. von Aragon heirateten, um Spaniens Königshäuser zu vereinigen. Sobald die Lage im Inneren sich beruhigt hatte, beschlossen die Spanier, ein Imperium zu gründen. Die Ankunft in Amerika
Von 1492, als Kolumbus auf den Karibischen Inseln landete, bis etwa 1518 eroberten die Spanier die Karibik und stießen dann weiter bis nach Mittel- und Südamerika vor. Einen entscheidenden Beitrag dazu leisteten die konquistadores, Kundschafter und Soldaten, die für ihre Grausamkeit ebenso berühmt waren wie für ihre unbestrittene Tapferkeit. Einer von ihnen war der berüchtigte Hernán Cortes. Im Jahr 1518 führte er eine kleine Armee nach Mexiko, und 1521 hatte er das ganze aztekische Reich zerstört und Zehntausende von Menschen massakriert, zum Beispiel in Cholula und in der Hauptstadt Tenochtitlán. Francisco Pizarro, ein ebenso grausamer Eroberer, vernichtete in den dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts das Reich der Inkas in Peru, und 1572 wurde der letzte Inkaherrscher enthauptet. Koloniale Zerstörungen
Mexiko und Peru sind nur zwei Beispiele für die grausamen Exzesse der spanischen Eroberer in Amerika. Massaker waren damals leider alltäglich. Doch nicht die konquistadores hatten für den Kontinent die schlimmsten Folgen, sondern die Krankheiten, die sie mitbrachten vor allem Pocken, Masern und Grippe. Die Azteken wurden beispielsweise nicht nur militärisch besiegt, sondern etwa drei Millionen von ihnen – ein Drittel der Bevölkerung – starben an Pocken. Mehr als 100000 Inkas fielen allein in der Hauptstadt Cuzco dieser Seuche zum Opfer. Man schätzt, dass in Amerika zwischen 1500, und 1650 rund 45 Millionen Menschen, etwa 90 Prozent der einheimischen Bevölkerung, an eingeschleppten Krankheiten starben. Eine derartige kulturelle Zerstörung hat die Welt seither kaum jemals gesehen. Fakten
1. Um 1490 begann Spanien mit der Kolonisierung der Neuen Welt.
2. Sie vernichteten große amerikanische Kulturen, darunter die Azteken in Mexiko und die Inkas in Peru.
3. Rund 45 Millionen Uramerikaner starben an Krankheiten, die von den Spaniern eingeschleppt wurden.