Das Erdbeben in Lissabon

Mehr als die meisten anderen Städte muss Lissabon mit seiner Vernichtung durch Erdbeben rechnen. Forscher sind neuerdings dabei, das komplexe Wechselspiel zwischen den tektonischen Platten der Region zu enthüllen. Die afrikanische Platte schiebt sich jedes Jahr etwa 4 mm auf die iberische zu. Es handelt sich eher um eine zunehmende Spannung als um eine kontinuierliche Bewegung, und wenn die Platte dann auf einmal rutscht, ist ein starkes Erdbeben die Folge. Die Erde bebt
Das war wahrscheinlich die Ursache des verheerenden Bebens im Jahr 1.531. Damals genoss Lissabon dank Portugals kolonialer Expansion in Afrika, im Fernen Osten und in Amerika eine Periode großen Reichtums. Erdbeben hatten die Stadt schon früher heimgesucht. 1344 zerstörte ein Beben der Stärke 7 große Teile der Infrastruktur und beschädigte viele berühmte Bauwerke schwer. Fast 200 Jahre später, am 26. Januar 1531, richtete ein weiteres Erdbeben große Verwüstungen an. Es hatte etwa die Stärke 8 auf der modifizierten Mercalliskala, die bis zur Stärke 12 reicht. Ein Beben der Stärke 8 wird so beschrieben: »Häuser, die nicht verbolzt sind, können sich auf ihrem Fundament verschieben. Große Gebäude wie Türme und Schornsteine können sich drehen und umstürzen. Gut gebaute Häuser werden leicht, schlecht gebaute schwer beschädigt.« Das sagt jedoch nicht viel über das schreckliche Ereignis. Eine verwüstete Stadt
Das Beben zerstörte innerhalb von Sekunden 1 500 Häuser, die etwa 30000 Menschen unter sich begruben. Wahrscheinlich lag das Epizentrum im Meer, denn eine Flutwelle verwüstete die portugiesische Küste und erhöhte die Zahl der Toten auf insgesamt 70000. Es dauerte Jahre, bis Lissabon wieder aufgebaut war und im alten Glanz strahlte. Im Jahr 1755 litten Lissabon und Portugal erneut unter einem katastrophalen Erdbeben und einer Flutwelle. Die Stadt wurde fast ausgelöscht und mehr als 60 000 Menschen kamen ums Leben. Da zwischen den Katastrophen 200 Jahre lagen, furchten viele, dass die großartige Stadt bald wieder von Erdbeben heimgesucht wird. Fakten
1. Am 26. Januar 1531 verwüstet ein starkes Erdbeben Lissabon – knapp 200 Jahre nach dem großen Beben des Jahres 1344.
2. Mehr als 1500 Häuser stürzen ein, und 30000 Menschen kommen dabei ums Leben.
3. Eine Flutwelle verwüstet die portugiesische Küste und erhöht die Zahl der Toten auf 70000.

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Info 18.01.2018 05:03
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