Das Erdbeben von Edo

Die Stadt Edo, das heutige Tokio, war ursprünglich ein kleines fischerdorf. Um 1600 änderte sich das Bild, als der japanische Adelige Tokugawa Ieyasu das Dorf zu seinem Machtzentrum erkor. Von dort aus wurde er 1603 absoluter Herrscher Japans. Edo wuchs zu einer Stadt heran, dann zu einer Großstadt mit Hunderttausenden von Einwohnern. Eine seismische Katastrophe
Aus geologischer Sicht lag und liegt Edo in einer seismologisch sehr aktiven Region. Die japanischen Inseln befinden sich genau dort, wo zwei tektonische Platten sich begegnen: die philippinische Meeresplatte und die nordamerikanische Platte. Diese Platten verschieben sich ständig gegeneinander und lösen dadurch immer wieder Erdbeben in ganz Japan aus. Am 31. Dezember 1703 wurde Japan von einem gewaltigen Beben erschüttert, Genroku-Beben genannt. Die Erde schlug Wellen, und die fragilen Holzhäuser von Edo brachen zusammen. Man schätzt, dass das Beben etwa die Stärke 8 auf der Mercalliskala erreichte. Etwa 6 500 Menschen wurden von einer Flutwelle getötet, welche die Sagami-Bucht und die Halbinsel Boso verwüstete, und man schätzt, dass alle Katastrophen, darunter auch viele Feuer, die nach dem Erdbeben überall in der Stadt ausbrachen, bis zu 150 000 Opfer forderten. Eine Katastrophenserie
Es sollte nicht das letzte verheerende Erdbeben in der Geschichte der Stadt bleiben. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte die Stadt, die seit 1868 Tokio hieß, mehr als 3,5 Millionen Einwohner, und am 1. September 1923 wurde sie erneut von einem enormen Beben erschüttert, das als großes Kanto-Erdbeben bekannt wurde. Die Stada wurde fast vollständig zerstört, und wieder brannten zwei Tage lang Feuer. (Es ist schwierig, Brände nach einem Erdbeben zu löschen, weil oft Wasserleitungen zerstört sind, so dass wenig Wasser zur Verfugung steht oder der Druck sehr niedrig ist.) Man schätzt, dass rund 100000 Menschen starben; weitere 40000 wurden vermisst (wahrscheinlich verbrannten sie zu Asche). Ein starkes Erdbeben im Jahr 1995 in Kobe zeigte, wie anfällig Japan für seismische Erschütterungen ist. Fakten
1. Am 31. Dezember 1703 wird Edo von einem Erdbeben erschüttert, das etwa die Stärke 8 auf der Mercalliskala hatte.
2. Einstürzende Gebäude, Feuer und Flutwellen fordern rund 150000 Todesopfer.
3. Im Jahr 1923 sterben in Tokio 100000 Menschen bei einem weiteren Erdbeben, und die Stadt wird schwer beschädigt.

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Info 14.12.2017 16:03
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