Das klassische Altertum

Die Frühzeit Roms (Monarchie und Republik)

Die Ursprünge der Stadt, von der das mächtige Römische Reich ausging, liegen im Dunkeln. Nach der von Livius aufgezeichneten, traditionellen Lesart haben Romulus und Remus am 21. April 753 v. Chr. auf dem palatinischen Hügel eine Stadt gegründet. Immerhin entspricht das Datum archäologischen Erkenntnissen, denen zufolge Hirten um die Mitte des 8. Jahrhunderts auf dem Palatin gesiedelt haben. Sie schlossen sich Anfang des 6. Jahrhunderts mit anderen Gruppen in diesem Gebiet zusammen und erbauten eine Ortschaft um einen Platz herum, aus dem später das Forum Romanum wurde.

Von den sechs Königen, die auf Romulus gefolgt sein sollen, gehören die ersten drei der Legende an, aber der vierte Tarquinius Priscus, ist historisch fassbar, er war Etrusker. Mit diesem König beginnt eine Periode etruskischer Oberhoheit.

Die Expansion in der Zeit der Republik
Etruskische Herrschaft und Monarchie endeten gleichzeitig mit der Vertreibung des Königs Tarquinius Superbus, angeblich im Jahr 509 v. Chr. Rom wurde jetzt von zwei gewählten Konsuln und einem aus wohlhabenden Patriziern bestehenden Senat regiert. In den darauf folgenden 200 Jahren war Rom auf Ausdehnung und Konsolidierung seiner Macht in Italien bedacht.

Bald nach Gründung der Republik spielte Rom eine führende Rolle bei der Bildung des Latinischen Bundes, dem alle Städte Latiums beitraten. 390 v. Chr. überrannten die keltischen Senonen den Nordteil Italiens und eroberten Rom bis auf das Kapitol. Sie zogen nach Zahlung eines Lösegelds wieder ab. Rom, durch Schaden klug geworden, baute die Servianische Mauer.

Von diesem gesicherten Rückhalt aus begann Rom eine Anzahl von Kriegen, durch die es unbestrittene Herrschaft über Italien vom Po bis weit nach Süden errang. Im Jahr 340 v. Chr. erhoben sich die Städte des Latinischen Bundes gegen Rom, konnten sich aber gegen ihren mächtigen Partner nicht durchsetzen. Rom diktierte jeder eroberten Stadt seine Friedensbedingungen: Einige erhielten das römische Bürgerrecht, andere bestimmte Teilrechte, wieder andere wurden bestraft, aber in jedem einzelnen Fall mussten sich die Unterlegenen verpflichten, nur mit Rom Handel zu treiben. Der nächste Kampf, gegen die Samniter im Süden, war schwerer. Ein römisches Heer wurde bei den Kaudinischen Pässen zur Kapitulation gezwungen, aber 290 v. Chr. gewann Rom den Krieg endgültig. Der Sieg über die griechischen Städte verschaffte Rom dann die Hegemonie über die ganze Halbinsel - eine Stellung, die es durch Bündnisse und Gründung von Kolonien römischer Bürger, vor allem aber durch sein Heer festigte.

Inzwischen hatten die Plebejer ihre Position verbessert. Sie besaßen ihren eigenen Rat, das Consilium Plebis, und eigene Tribunen. 445 v. Chr. erhielten sie das Recht, in Patrizierfamilien einheiraten zu dürfen, 366 v. Chr. wurde der erste plebejische Konsul gewählt. Ab 287 v. Chr. hatten die Beschlüsse des Consilium Plebis Gesetzeskraft. Für den Augenblick waren die sozialen Konflikte überbrückt, aber dennoch lebte der größte Teil der Plebejer weiter in tiefer Armut.

Die Punischen Kriege
Die Karthager besaßen Westsizilien und planten einen Angriff auf den Ostteil der Insel. Im 1. Punischen Krieg (264-241 v. Chr.) gewann Rom nach mehreren Rückschlägen 260 v. Chr. ganz Sizilien und im nächsten Jahr Korsika und Sardinien. Äußerer Anlass für den 2. Punischen Krieg (218-201 v. Chr.) war der Angriff des karthagischen Heerführers Hannibal auf Sagunto, eine mit Rom verbündete Stadt an der Ostküste Spaniens. Hannibal marschierte dann mit 40 000 Mann und zahlreichen Elefanten durch Gallien und überquerte die Alpen. Er fügte den römischen Truppen an der Trebbia, am Trasimenischen See und bei Cannä schwere Verluste zu. Schließlich begannen sich aber die Verzögerungstaktik des Fabius und die Loyalität der Verbündeten Roms auszuwirken. Ein schwerer Schlag für Hannibal war 207 v. Chr. die Niederlage seines Bruders Hasdrubal, der Verstärkungen aus Spanien heranführen sollte, am Metauro.

Rom eröffnete eine zweite Front. Der junge Scipio, der später den Ehrentitel Africanus erhielt, vertrieb die Karthager aus ganz Spanien. 204 v. Chr. setzte Scipio von Sizilien nach Afrika über. Hannibal musste sich aus Italien zurückziehen. Der Krieg endete mit seiner Niederlage bei Zama. Der 3. Punische Krieg (149-146 v. Chr.) begann, als Karthago den mit Rom verbündeten König von Numidien, Massinissa, angriff. Nach langer Belagerung wurde Karthago 146 v. Chr. erobert und dem Erdboden gleichgemacht.

Der Einfluss der Gracchen
Während des 2. Jahrhunderts v. Chr. beherrschte Rom fast den gesamten Mittelmeerraum, aber in Italien zogen sich Sturmwolken zusammen. Patrizier und reiche Plebejer kontrollierten die Regierung und verfügten über Grund und Boden. Als Vorkämpfer für die Armen trat Tiberius Gracchus, ein Tribun der Plebejer, auf und brachte 133 v. Chr. ein Gesetz ein, das den Großgrundbesitz der reichen Familien beschneiden sollte. Vom Senat gekaufte Verbrecher ermordeten Tiberius. Zehn Jahre später versuchte sein Bruder Gajus, die Getreidepreise zu senken und ganz allgemein die Macht des Senats einzuschränken. Aber seine Vorschläge, allen latinischen Verbündeten Roms das römische Bürgerrecht zu verleihen, waren zu radikal und führten schließlich zu seinem politischen Ruin und zu seinem Tod.